BIZZ-Exklusiv
03.12.2013

„Da geht noch mehr“

Eerecon
Erecon-Chef Harald Rossol erläutert seine Vision vom grünen Rechenzentrum

Weil immer mehr Daten im Netz landen, steigt der Stromverbrauch von Rechenzentren seit Jahren an. Eine Chance für Unternehmer wie Harald Rossol. Er bietet Energiesparlösungen für die IT-Branche an.

BIZZ energy today: Herr Rossol, vor einigen Jahren haben Sie sich das Ziel des Ein-Prozent-Rechenzentrums gesetzt. Wie weit sind Sie auf dem Weg dorthin?

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Ich bin damals gerade von Fachleuten verschärft angegangen worden, dass das ja völliger Unsinn wäre. Dann haben wir 2006 in Bremen ein Rechenzentrum gebaut, das nur noch 35 Prozent eines vergleichbaren Zentrums verbrauchte. Heute sind wir nach Modifizierungen bereits bei 30 Prozent. Industrien wie die Automobilwirtschaft haben das schon durchgemacht, womit wir noch nicht einmal angefangen haben. Von meiner Vision will ich deswegen nicht abweichen, eher sage ich: da geht noch mehr.
 
Welche Einsparpotenziale sehen Sie?
 
Eine simple Lösung ist der Verzicht auf eine energieaufwendige Kühlung der Rechner, was die Geräte ohne weiteres wegstecken. Neben Maßnahmen wie diesen müssen aber noch weitere Wege beschritten werden, die mit IT selber gar nicht mehr so viel zu tun haben – eher mit der Frage, wie ich sie benutze. 
 
Was wären das für Wege zum Beispiel?
 
In allen Rechenzentren steigt die Anzahl von Systemen, die irgendwie laufen, irgendetwas machen – aber keiner weiß, wofür die ursprünglich da sind. Dazu werden Daten gespeichert, was das Zeug hält, weil Speicher so gut wie kein Geld mehr kosten. Hier muss man Fragen: Was sind überhaupt noch relevante Daten, und wie lange haben die eine Gültigkeit? Wenn wir außerdem Daten deduplizieren und nach ganz anderer Logik abspeichern, senkt das die Datensätze einmalig um bis zu 85 Prozent – und damit auch den Energieverbrauch. 
 
Die IT-Rechenzentren sind ein riesiger Wachstumsmarkt, der immer mehr Energie benötigt. Kann die Energieeffizienz mit diesem Tempo Schritt halten?
 
Bei aller Anstrengung bei der Energieeffizienz läuft die Entwicklung in der IT tatsächlich gegen uns. Nach Mooreschem Gesetz verdoppelt sich die IT-Leistung alle 18 Monate, das ist natürlich ein Kernproblem. In deutschen Rechenzentren stehen inzwischen fünf Millionen Server, mit einem Zuwachs von 15 bis 18 Prozent pro Jahr. Da ist schon richtig Drehzahl hinter. Umso mehr geht es hier nicht nur um Energie-, sondern auch um Ressourceneffizienz.
 
Harlad Rossol ist Vorstandschef des Bremer IT-Beratungsunternehmens Erecon

 

Daniel Seeger
Keywords:
Harald Rossol | Erecon | Energieeffizienz | Green IT | BIZZ-Exklusiv
Ressorts:
Technology | Markets

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