Weltbank
03.04.2017

100 Millionen Dollar für Indiens Energiewende

Foto: Citizenmj
Astonfield-Solaranlage mit 11.5 Megawatt im indischen Patan im Bundesstaat Gujarat

Mit dem Bau von großen Solarparks treibt Indien den Wandel von fossilen Brennstoffen zu Erneuerbaren voran. Weltbank-Kredite sollen das Vertrauen von Investoren in den Markt stärken.

Sonnenenergie hat in der Erneuerbaren-Strategie von Narendra Modi höchste Priorität. Bis 2022 will der indische Premierminister die Solarleistung des Landes auf 100 Gigawatt erhöhen. Die Weltbank unterstützt dieses Ziel nun mit Krediten in Höhe von 100 Millionen Dollar (93 Millionen Euro), um Solaranlagen im Kraftwerksmaßstab zu finanzieren.

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Das Geld fließt an ein Projekt namens „Shared Infrastructure“. Die indische Organisation zur Entwicklung erneuerbarer Energien (IREDA) wiederum soll aus diesem Fonds Kredite an ausgewählte Bundesstaaten und deren Projekte vergeben. Die Darlehen der Weltbank mit langer Laufzeit haben eine tilgungsfreie Zeit von fünf bis zehn Jahren. Sie werden von der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) sowie vom Clean Technology Fund zur Verfügung gestellt. Die IBRD gewährt dabei 75 Millionen Dollar, der CTF 23 Millionen Dollar – plus zwei Millionen Dollar als nichtrückzahlbare Zuwendung. Als erste profitieren von den Krediten die Distrikte Rewa und Mandsaur im zentralindischen Madhya Pradesh. Sie wollen Kraftwerke mit 750 sowie 250 Megawatt Leistung aufbauen.

Optimale Bedingungen für Solar

Die Weltbank erhofft sich von ihrem Engagement wachsendes Vertrauen von Investoren in den Markt und Skaleneffekte für Solarkraftwerksparks, die ans Stromnetz angeschlossen sind. „Indiens Ziel der Skalierung von sauberer Energie erfordert einen lebendigen Markt für Solar-Investitionen“, sagt Junaid Ahmad, indischer Weltbank-Landespräsident. „Die Herausforderung bei diesem Projekt ist, über Investitionen hinauszugehen und den Solarmarkt stärker zu machen.“ Indien bietet optimale Bedingungen für Solarenergie: Einige Regionen haben mehr als 300 wolkenfreie Tage pro Jahr. Außerdem ist die Globalstrahlung mit bis zu 2.200 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr im Schnitt fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Premierminister Modi hat ehrgeizige Pläne: Er will den Anteil der Erneuerbaren am Energiemix innerhalb von zehn Jahren verdoppeln. Das entspricht einer Vervierfachung von derzeit 45 Gigawatt auf 175 Gigawatt im Jahr 2022. Mit rund 314 Gigawatt installierter Kapazität hat Indien einen der größten Kraftwerksparks der Welt. Dennoch liegt der Stromverbrauch pro Kopf bei weniger als einem Drittel des globalen Durchschnitts. Schätzungsweise 300 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Elektrizität. Zudem sind fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas immer noch weit verbreitet, außerdem nutzen die Menschen auf dem Land traditionell Holz zum Kochen.

Redaktion
Keywords:
Indien | Energiewende | Solarkraftwerke | Narendra Modi | Weltbank | Kredite | Investitionen
Ressorts:
Finance | Governance

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