Bilanzzahlen
12.03.2014

Abwärtstrend bei Eon hält an

Eon

Der Düsseldorfer Energieriese Eon meldet für das vergangene Jahr einen Gewinnrückgang: Der nachhaltige Konzernüberschuss sank um fast die Hälfte auf 2,2 Milliarden Euro.

Eon hat im Geschäftsjahr 2013 wie erwartet deutlich weniger Gewinn erwirtschaftet. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sank um 14 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro, der nachhaltige Konzernüberschuss lag mit 2,2 Milliarden Euro 46 Prozent unter dem des Vorjahres. Der Konzern-Vorstand will an seine Aktionäre für 2013 nur 0,60 Euro pro Aktie ausschütten, im Vorjahr waren es 1,10 Euro.

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Dem Düsseldorfer Energieriesen geht es damit immer noch besser als seinem Essener Konkurrenten RWE. Der meldete Ende Februar erstmals seit 60 Jahren einen Verlust von rund drei Milliarden Euro, insbesondere wegen milliardenschweren Kraftwerksabschreibungen. Dabei hatte RWE im vergangenen Jahr sogar noch von Rückzahlungen des russischen Gasriesen Gazprom profitiert – bei Eon stand dieser positive Einmaleffekt bereits 2012 in den Büchern. 

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Unrentable Kraftwerke

Wie RWE, EnBW und Vattenfall belasten auch Eon die immer weniger ausgelasteten Gas- und Kohlekraftwerke. „Vor allem die Auswirkungen politischer Entscheidungen in Deutschland und die damit verbundenen unzureichenden Marktpreise für konventionelle Energien belasten weiterhin die Erzeugung“, sagte der Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen. Der Konzern-Chef will deswegen regelmäßig die Rentabilität der Kraftwerke prüfen lassen und diese nötigenfalls vorübergehend oder dauerhaft außer Betrieb nehmen.

Eon hat bis jetzt bereits die Stilllegung von fast 13 Gigawatt Kapazität beschlossen – mehr als ein Viertel aller konventionellen Eon-Kraftwerke in Europa. Der Konzern verkleinerte im vergangenen Jahr teilweise auch durch den Verkauf von Beteiligungen seine Belegschaft um knapp 10.000 Mitarbeiter. 

Konzernumbau schreitet voran

Durch den Verkauf von „nicht mehr strategischen Beteiligungen“ hat Eon nach eigenen Angaben inzwischen 20 Milliarden Euro erlösen können. Der Schuldenstand sank um 3,8 Milliarden auf 32 Milliarden Euro. 

Der allgemeine Abwärtstrend unter den traditionellen Energieversorgern wird sich bei Eon im laufenden Jahr fortsetzen. Der Vorstand erwartet für 2014 nur noch ein Ebitda von maximal 8,6 Milliarden Euro, der nachhaltige Konzernüberschuss soll auf unter zwei Milliarden Euro sinken

 
Daniel Seeger
Keywords:
RWE | Eon | EnBW | Vattenfall | Stromversorger
Ressorts:
Finance | Markets

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