Stadtentwicklung
20.07.2016

Berlin stellt sich auf den Klimawandel ein

Bild: SenStadtUm/bgmr 2016
Die Probleme und Potentiale verschiedener städtebaulicher Elemente.

Der Klimawandel passiert, das steht für Berlins Verwaltung fest. Gleichzeitig wächst die Stadt, baulich und in Bevölkerungszahl. Um den negativen Folgen beider Entwicklungen zuvorzukommen, legt der Senat ein strategisches Zukunfts-Konzept vor. Darin heißt es, dass keine Kompromisse nötig seien, Stadt verdichten sowie Hitze- und Überflutungsschutz sollen Hand in Hand gehen.

"Urbane Hitze (Hitzetage/Tropennächte) und urbane Überflutung (nach Starkregen) sind Kernaufgaben der Anpassung: Beide Wetterextreme werden durch den Klimawandel in Berlin häufiger auftreten", konstatiert das Konzept. Gegen die urbane Überflutung nach Starkregen soll das Prinzip einer Schwammstadt helfen. Gebäude, Nutz- und Grünflächen müssen Niederschläge aufnehmen können. Es gelte, die Oberfläche der Stadt umzubauen. Begrünte Dächer, Fassaden und urbane Feuchtgebiete, etwa Senken auf Plätzen oder in Parks, speichern demnach das Wasser idealerweise noch als Ressource für sommerliche Trockenperioden.

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Die Schlüsselstrategien gegen die urbane Hitze sollen nebenbei neue Wohlfühlräume schaffen: Mehr Luftaustausch, mehr schattenspendende Architektur und Bäume, mehr Grün- und Wasserflächen, die per Verdunstung kühlen. Für die Zirkulation der Luft brauche es mehr Öffnungen und Durchgänge innerhalb der Bebauung. Architektur könne besser ausgerichtet werden und diverse schattenspende Elemente enthalten. Glatte, helle Flächen seien besser gegen Erhitzung des Gebäude-Inneren, sie reflektieren die Wärme, statt sie zu speichern.

 

Königsweg im Kampf gegen die Klima-Katastrophe

Nach der neuesten Bevölkerungsprognose könnte Berlin 2020 bereits über 3,9 Millionen Einwohner zählen. Die brauchen Wohn- und Lebensraum. Es drohen besonders in der Innenstadt weitere Klima-Belastungen. Das will die Senatsverwaltung verhindern. In ihrem Auftrag legte am Dienstag ein vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung geleitetes Konsortium das Konzept „Step Klima Konkret“ vor.

Während üblicherweise enge Bebauung als zu wenig durchlüftet und versickerungsfähig kritisiert wird, glauben die Autoren an einen Königsweg: „Am Leitbild der kompakten Stadt der kurzen Wege ändert sich nichts. Eine weitere Verdichtung steht der Anpassung nicht entgegen“, heißt es darin.

 

Großes Mitmach-Projekt

Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen sich sowohl beim Umbau im Bestand als auch bei Neubauten umsetzen lassen. Ein zentralistisches Mammut-Projekt ist allerdings nicht gemeint. Für Klimaschutz und die Anpassungen an den Klimawandel trägt nach Ansicht der Autoren des Konzepts die ganze Stadt die Verantwortung, von den Bürgern und Unternehmen bis zur Verwaltung.

Das Zukunftskonzept soll als Werkzeug- und Ideenkasten verstanden werden. Alle, die bauen, sollen davon regen Gebrauch machen. So ließen sich Anpassungsmaßnahmen gleich miterledigen – "ohne allzu viel Aufwand, im Huckepack", wie es die Macher des Papiers formulieren. Der kollektive, dezentrale Ansatz passt zu Berlin mit seinen notorischen Geldnöten. Um etwa das Ziel von 10.000 neuen Straßenbäumen bis 2017 zu erreichen, werden die Berliner um Spenden gebeten: 500 Euro pro Baum.

Tim Lüdtke
Keywords:
Klima | Stadtentwicklung | Hitze | Flut | Schwammstadt | Berlin | PIK | Schatten | Klimawandel | Urban Wetlands
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