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16.09.2013

Bundestagswahl sorgt für steigende Solarnachfrage

Foto: BMU / Brigitte Hiss

Das Geschäft mit Solaranlagen zieht an. Im Juli und August stieg das Investitionsbarometer Solar Contact Index deutlich. Ein Grund: Mögliche Förderkürzungen nach der Bundestagswahl.

Die 119 Punkte des August-Index sprechen momentan für eine positive Investitionsstimmung, die zwar sichtlich über dem Jahresniveau von 100 Punkten liegt, aber noch nicht ganz an die Euphorie in den Frühjahresmonaten März und April anknüpfen kann. Momentaufnahme und Tendenz sind also positiv. Fortschreiben lässt sich dieser vorsichtige Optimismus für den Wahlmonat September jedoch nur schwer, da klassische Ursachen diesmal nicht auszumachen sind. 

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War das Interesse an Photovoltaik-Anlagen 2013 ein Stück weit auch vom wachsenden Interesse an Stromspeichern getragen, so haben die Speicher-Nachfragen im Monat August nicht im gleichen Maße zulegen können. Sie bleiben für den Moment ohne erkennbaren Einfluss auf das stark gestiegene Interesse. Langfristig werden Stromspeicher und der Eigenverbrauch von Solarstrom die Motivationslage für Photovoltaik-Anlagen im Privatgebrauch jedoch recht deutlich beeinflussen angesichts steigender Haushaltsstrompreise und der weiter sinkenden Einspeisevergütung. 

Interessenten zeigen sich unbeeindruckt von der Einspeisekürzung

Diese Entwicklung würde auch erklären, warum der Kürzungs-Turnus der Einspeisevergütung keinen direkten Einfluss mehr auf das Photovoltaik-Interesse erkennen lässt wie noch in den Vorjahren. Ein Zusammenhang könnte beispielsweise dann angenommen werden, wenn jeweils zu Beginn eines neuen Degressionszeitraumes das Interesse anziehen würde, da die Einspeisevergütung für die kommenden drei Monate festgeschrieben ist. Üblicherweise der Zeitrahmen, in dem eine Projektanfrage für eine Kleinanlage umgesetzt werden kann, um die Anlage noch vor dem nächsten Degressionsschritt in Betrieb zu nehmen.  

Der August war wieder so ein Monat, als erster von dreien. Das steigende Interesse war diesmal jedoch untypisch für den Jahresverlauf 2013. Denn in den vergleichbaren Vormonaten Mai (Turnus Mai – Juni – Juli) und Februar (Turnus Februar – März – April) nahm das Interesse jeweils stark ab. Ein Indiz dafür, dass die neuen Degressionszeiträume mit quartalsweise gesicherten Vergütungskonditionen den Endkunden in seinem Investitionsverhalten nicht direkt beeinflussen. 

Erste Mitnahmeeffekte vor der Bundestagswahl 

Daher bleibt für den Moment darauf zu schließen, dass die nahende Bundestagswahl ausschlaggebend sein kann für das derzeit steigende Interesse an Photovoltaik-Anlagen. Regierungsparteien und Opposition haben für den Fall eines Wahlsiegs - wenn auch unkonkret bislang - zügige Reformen am Erneuerbare-Energien-Gesetz angekündigt. 

Dass dies zu ersten Mitnahmeeffekten im August geführt hat, wie bereits im Vorfeld der letzten EEG-Novelle im Februar 2012 geschehen, scheint als gesonderter Effekt also möglich angesichts der Entwicklung bei den klassischen Motivationsgründen Eigenverbrauch und Rendite. Ob sich diese Mitnahmeeffekte weiter bestätigen, oder ob sich die Ankündigungen in erste Verunsicherung umkehren, dazu wird die September-Nachfrage genauere Eindrücke liefern. 

 

Der Solar Contact-Index stützt sich auf die Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen im Internet und wird von der DAA Deutsche Auftragsagentur aus Hamburg erhoben. Die DAA ist nach eigenen Angaben der größte deutsche Internet-Anfragedienstleister für regenerative Energietechnik. Weitere Informationen unter http://de.solarcontact.com/photovoltaik/solarcontact-index

Robert Doelling leitet die Social Media-Aktivitäten bei der DAA und betreut die Portale www.solaranlagen-portal.comwww.heizungsfinder.de und das internationale Portal www.solarcontact.com. Privat schreibt Robert Doelling für die Webseite www.energie-experten.org.

Robert Doelling
Christian Märtel
Keywords:
Solarenergie | Photovoltaik | Blogger
Ressorts:
Markets

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