Kohle
13.07.2016

China steigert Kohle-Überschuss weiter

Foto: Wikipedia / Rob Loftis / CC BY 3.0
Kohlefrachter in China sollten wegen der geringen Stromnachfrage eigentlich weniger Abnehmer finden.

Trotz massiver Überkapazitäten sind in China mindestens 200 Gigawatt neuer Kohlekraftwerke in Bau. Wie Greenpeace berichtet, geraten erneuerbare Energien damit immer weiter unter Druck.

 

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China kann bereits einen Großteil seiner Windenergie nicht nutzen, weil die Leitungen dafür fehlen und es ein massives Überangebot an Erzeugungskapazitäten gibt – vor allem Kohlekraftwerken. Seit dem Abkühlen der Wirtschaft 2013 ist auch die Stromnachfrage der Industrie zurückgegangen. Aktuelle habe China Überkapazitäten von 200 bis 300 Gigawatt, heißt es in einer aktuellen Analyse der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Insgesamt verfüge die Volksrepublik über eine Kohleleistung von 900 Gigawatt.

Anfang des Jahres hatte die National Energy Administration (NEA) angekündigt, den Bau neuer Kohlekraftwerke bis 2018 zu untersagen. Wie Greenpeace nun berichtet, hat dieser Plan aber keine Wirkung. Trotz der Regierungsinitiative seien 200 Gigawatt neuer Kohlekraftwerke in Bau, weitere 150 Gigawatt in einem fortgeschrittenen Planungsstadium.

 

Fehlinvestitionen von 160 Milliarden Dollar

Offenbar sind die Provinzen und Kohleunternehmen von der Ankündigung der Zentralregierung so alarmiert, dass sie geplante Projekte schnell fertigstellen wollen. Seit der Ankündigung der NEA seien pro Woche zwei neue Kraftwerke in Bau gegangen, berichtet Greenpeace. Wegen der anhaltend schwachen Stromnachfrage drohten bis 2020 Fehlinvestitionen von 160 Milliarden Dollar.

Der Bauboom war offenbar der Auslöser dafür, dass die NEA Anfang der Woche ankündigte, den Baustopp für neue Kohlekraftwerke stärker kontrollieren zu wollen.

Manuel Berkel
Keywords:
Kohle | Kohlekraftwerke | Windkraft | Windenergie
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