Elektroautos
03.03.2017

China und Russland werden wichtiger für Tesla

Foto: ricochet

Der Elektroauto-Pionier hat seinen Umsatz im Reich der Mitte verdreifacht. Gleichzeitig treibt CEO Elon Musk offenbar die Expansion nach Russland voran.

Tesla-Chef Elon Musk hatte es vorhergesagt: China könnte in Zukunft der wichtigste Absatzmarkt für den kalifornischen Elektroautobauer werden. Der Umsatz im Reich der Mitte verdreifachte sich im vergangenen Jahr gut auf 1,07 Milliarden US-Dollar. Damit trug das China-Geschäft mehr als 15 Prozent zu Teslas Umsatz von insgesamt sieben Milliarden US-Dollar bei. 60 Prozent setzt das 2003 gegründete Unternehmen immer noch in seinem Stammmarkt USA um.

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Dabei ließ die Entwicklung in China 2015 noch zu wünschen übrig: Damals lagen die Verkäufe ein Drittel unter denen des Vorjahres. Daraufhin korrigierte Tesla den Kurs – was nun offensichtlich Früchte trägt. So baute das US-Unternehmen insbesondere sein Ladenetz aus. Mittlerweile gibt es mehr als 100 Supercharger-Schnellladestationen in China, an denen sich Elektroautos bis zu 16-mal schneller aufladen lassen als an anderen Ladesäulen. Dazu kommen mehr als 1.300 sogenannte „Destination Charging“-Stationen, bei denen Firmen Ladesäulen mit Tesla-Branding ordern. Dazu kooperiert Tesla beispielsweise mit der Hotelkette Crowne Plaza.

Tesla beteiligt sich an Aufbau eines nationalen Ladesystems in China

Tesla wirkt zudem daran mit, in China ein nationales Ladesystem aufzubauen. Dafür kooperiert das Unternehmen mit der Regierung in Peking. Deren Programm zur Förderung der Elektromobilität gilt als das derzeit ambitionierteste weltweit: Allein in diesem Jahr sollen 800.000 Ladepunkte errichtet werden, 100.000 davon sollen öffentlich sein. Dahinter steht das ehrgeizige Ziel der Regierung, bis zum Jahr 2020 insgesamt fünf Millionen E-Autos und Plug-in-Hybride auf die Straße zu bringen. Bereits jetzt werden in China mehr Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb verkauft als im Rest der Welt zusammen. Tesla profitiert bisher nicht von direkten oder indirekten Förderprogrammen der Behörden. Das ließe sich durch eine lokale Produktion ändern. Pläne über den Bau einer Tesla-Fabrik in China gehen derzeit aber nicht über Gerüchte hinaus.

Neben China legt Tesla sein Augenmerk offenbar auch auf Russland: Der Zeitung Kommersant zufolge sucht das Unternehmen nach Räumlichkeiten in Moskau und St. Petersburg, um Showrooms zu eröffnen. Tesla wollte den Bericht nicht kommentieren. Obwohl der Autobauer in Russland offiziell noch nicht präsent ist, gibt es bereits eine Fan-Gemeinde: Schätzungsweise 300 Menschen fahren Tesla-Modelle und haben ein inoffizielles Service-Center in Moskau gegründet. Es soll die Zeit überbrücken, bis das kalifornische Unternehmen offiziell in den russischen Markt eintritt. 

Noch mehr Gigafactories geplant

Tesla konnte seinen Umsatz im vierten Quartal 2016 im Vorjahresvergleich von 1,24 Milliarden auf 2,28 Milliarden steigern. Die Verluste reduzierten sich von 320 Millionen auf 121,3 Millionen um mehr als die Hälfte. Der Autobauer will im zweiten Halbjahr 2017 in Fremont, Kalifornien mit der Produktion des Model 3 beginnen. Im Bundesstaat Nevada entsteht mit der Gigafactory zudem die größte Produktionsstätte für Elektroautos weltweit. Eine zweite Gigafactory für Solarpanels und Batterien wird in Buffalo im Bundesstaat New York gebaut. Darüber hinaus verkündete Tesla in einem Brief an Investoren, dass bis zum kommenden Jahr Standorte für bis zu drei weitere Giga-Fabriken gefunden sein sollen.

Jutta Maier
Keywords:
Tesla | China | Russland | Elon Musk | Elektroautos | Ladesäulen | Gigafactory | Ausbau
Ressorts:
Finance | Markets

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