Logistik-Kooperation
16.05.2017

Daimler und Hermes bringen E-Transporter auf die Straße

Foto: Daimler
Hermes-Chef Hanjo Schneider (links) mit Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans

Die beiden Unternehmen entwickeln ein Konzept für eine Elektroflotte mit Ladeinfrastruktur. Ziel ist es, bis 2025 in deutschen Großstädten komplett emissionsfrei zuzustellen.  

Der Paketzusteller Hermes will ab 2018 sukzessive 1.500 elektrisch betriebene Transporter von Mercedes-Benz-Vans auf die Straßen bringen. Dazu haben Hermes und Daimler eine strategische Partnerschaft auf den Weg gebracht. Nach der Pilotphase in Hamburg und Stuttgart wollen die Unternehmen ihre Zusammenarbeit auf Ballungsräume im gesamten Bundesgebiet ausweiten. Zum Einsatz kommen sollen dabei die Mercedes-Modelle Vito und Sprinter. Darüber hinaus wollen Daimler und Hermes auch ein gemeinsames Konzept für eine Lade-Infrastruktur in den Logistikzentren von Hermes und IT-Dienste zur Steuerung der Elektroflotte erarbeiten.

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„Die Zusammenarbeit mit Hermes ist ein weiterer Schritt in der Elektrifizierung unseres Gesamtangebots“, sagte Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans, bei der Vertragsunterzeichnung.  In den kommenden Jahren werde Mercedes-Benz Vans dazu im gewerblichen Bereich 150 Millionen Euro investieren. Insgesamt steckt Daimler in den nächsten Jahren zehn Milliarden Euro in Elektro-PKW. Die Batterien für die Fahrzeuge wird die Daimler-Tochter Deutsche Accumotive im sächsischen Kamenz fertigen, die Antriebsstränge entstehen in Eigenentwicklung. Weil Daimler Modulbestandteile mit hohem Reifegrad aus dem PKW-Bereich übernimmt, hält das die Kosten niedrig.

"Ein Meilenstein für die Paketlieferung"

Die Otto-Tochter Hermes bemüht sich schon seit einiger Zeit darum, die Paketzustellung nachhaltiger zu gestalten. Hanjo Schneider, Mitglied des Otto-Vorstandes und Aufsichtsratschef von Hermes, kündigte an, gemeinsam mit Daimler bis 2025 sämtliche Innenstadtbereiche der deutschen Großstädte zu 100 Prozent emissionsfrei beliefern zu wollen. Dies sei „ein Meilenstein für die Zukunft der Paketlieferung in Deutschland“.

Die Deutsche Post tummelt sich mit ihrer Tochter Streetscooter bereits auf diesem Geschäftsfeld: Ihren selbst entwickelten, elektrischen Lieferwagen verkauft sie seit April auch an Dritte. Die Post hatte sich für die Eigenentwicklung entschieden, weil die heimischen Autokonzerne nichts Passendes hinbekommen hatten. Wegen der großen Nachfrage will Konzernchef Frank Appel die Produktionskapazität des Streetscooters bis Ende des Jahres von 10.000 auf bis zu 20.000 steigern. In Nordrhein-Westfalen soll noch 2017 ein zweites Werk entstehen, und selbst über eine dritte Fertigungsstätte denkt die Post nach.  

Die eigene Streetscooter-Flotte in der Brief- und Paketzustellung – derzeit rund 2.500 Fahrzeuge – will das Unternehmen in diesem Jahr mindestens verdoppeln. Langfristig soll die gesamte Post-Flotte von rund 70.000 Fahrzeugen durch E-Transporter ersetzt werden.

Jutta Maier
Keywords:
Hermes | Mercedes | Lieferfahrzeuge | E-Antrieb | Kooperation
Ressorts:
Markets

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