USA
05.04.2017

Der neue Freund

Michael Vadon
US-Energieminister Rick Perry

Verfechter der Erneuerbaren sehen im neuen US-Energieminister Rick Perry einen Verbündeten – obwohl der früher als Ölfreund und Klimaskeptiker auffiel.

Für Umweltverbände in Europa war es daher eine Hiobsbotschaft, als Rick Perry Anfang März vom US-Senat als Energieminister im Kabinett von US-Präsident Donald Trump bestätigt wurde. Als Gouverneur von Texas hatte sich Perry einen Ruf als Freund der Ölindustrie und als Klimaskeptiker erworben.

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Doch das American Council on Renewable Energy (Acore), wichtigster Lobbyverband für die Erneuerbaren, betrachtet Perry nicht als Gegner, sondern als Verbündeten – zumindest hinter vorgehaltener Hand. In Hintergrundgesprächen betont Acore, dass Texas unter Perry zum wichtigsten Windmarkt der Vereinigten Staaten avanciert sei.

Der Verband bläst auch keine Trübsal, nachdem Trump am 28. März per Dekret („Executive Order“) den Clean Power Plan seines Amtsvorgängers Obama durchkreuzte. Acore-Präsident Greg Wetstone reagierte noch am gleichen Tag: Er bezeichnete es als „unwahrscheinlich“, dass Trumps Dekret eine negative Wirkung für das „boomende Wachstum“ der Renewables in den USA entfalten könne. Deren Anteil an neu installierten Stromkapazitäten der vergangenen zwei Jahre beträgt laut Acore 70 Prozent. In dieser Zeit flossen Investitionen in Höhe von insgesamt 96 Milliarden US-Dollar in den Renewables-Sektor, wie der Finanzinvestor BlackRock errechnet hat.

Der neue Energieminister Perry wird indes ein Ministerium leiten, das er 2011 während der Vorwahlen der Republikaner noch auflösen wollte. Dafür entschuldigte er sich im Januar öffentlich: "Nachdem ich nun über so viele lebenswichtige Funktionen des Energieministeriums unterrichtet worden bin, bedauere ich, dass ich es abschaffen wollte." Perry will jetzt sogar für das Ministerium kämpfen und das Atomwaffenarsenal der USA bewahren – das auch in sein Ressort fällt. Zum Klimawandel wolle er Expertenmeinungen zu Rate ziehen.

Im September 2015 gab Perry als erster von 17 Kandidaten den Präsidentschaftswahlkampf der Republikaner auf. Zuvor hatte er den späteren Sieger Trump als "Krebsgeschwür für den Konservatismus" gegeißelt.

Joachim Müller-Soares
Keywords:
USA | Energieministerium | Rick Perry | Renewables | Clean Power Plan | Donald Trump
Ressorts:
Governance

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