Zukunftsreport
08.05.2012

Die düstere Zukunft des Club of Rome

pixelio, Michael Bührke
Erst 2030 erreicht die globale Emission von Treibhausgasen laut Club of Rome-Bericht ihren Höhepunkt

Der Club of Rome zeichnet in seinem jüngsten Bericht „2052 - A Global Forecast for the Next Fourty Years“ ein düsteres Zukunftsszenario: mehr Dürren und Fluten, steigende Treibhausgasemissionen, geringeres Wirtschaftswachstum, Umweltzerstörung und steigende Armut. Hier helfe nur noch ein radikaler Kurswechsel in der Wirtschaft,warnen Experten.

Ein gesellschaftliches Umdenken sei nötig, um die schlimmsten Prophezeiungen zu verhindern, sagt der Vize-Präsident des Club of Rome, Eberhard von Koerber. So müsse etwa die Wirtschaftskraft eines Landes neu berechnet werden, da Vermögenswerte wie die externen Kosten der Umwelt-, Boden- und Grundwassergefährdung fehlten. Wie im aktuellen Bericht vermeldet, erzielte die Industrie heute schon keinen Gewinn, würde man die Kosten der Umweltzerstörung gegenrechnen.

Anzeige

Hauptautor des Reports ist der norwegische Zukunftsforscher Jorgen Randers. „Wir stoßen jedes Jahr zweimal so viel Treibhausgas aus wie Wälder und Meere absorbieren können“, warnt Randers, der schon am ersten Bericht des Club of Rome „Die Grenzen des Wachstums“ von 1972 mitgeschrieben hatte. Vieles aus dem ersten Bericht habe sich bis heute bestätigt: Überfischte Meere, fossile Rohstoffe verknappen sich immer weiter, die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert sich und ganze Landwirtschaftsflächen erodieren.

Anzeige

Größte Gefahr liege heute nach Randers im fortschreitenden Klimawandel. Demnach würde der Höhepunkt der Treibhausgasemission erst 2030 erreicht, zu spät um den globalen Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen. Bis 2080 sei ein Anstieg von 2,8 Grad zu erwarten. „Der sich selbst verstärkende Klimawandel wird die Sorge Nummer eins sein“, warnt Randers und verweist etwa auf die Methan-Emission durch das Auftauen der Permafrostböden.

Insbesondere im Zusammenhang mit der Ölkrise hätten die Europäer aus dem ersten Bericht das Richtige gelernt, betont Wissenschaftler und Politiker Ernst Ulrich von Weizsäcker. Man sei sich darüber bewusst geworden, dass man sich für Solarenergie zu interessieren und energieeffizient leben müsse.

Ob ein solches Umdenken auch der aktuelle Bericht bewirken kann, steht indessen noch aus. „Es ist bereits bekannt, dass man eine ganz dramatische Umstellung der Wirtschaft braucht, um das Ganze noch halbwegs in den Griff zu kriegen“, analysiert von Weizsäcker die momentane Lage. Zudem werde das Weltgeschehen weniger von den Europäern als vielmehr von den Brasilianern, Chinesen und US-Amerikanern bestimmt. „Und dort stehen Klima und Umwelt im dritten Glied“, gibt sich von Weizsäcker pessimistisch.

Daniel Seeger
Keywords:
Klimawandel
Ressorts:
Governance

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen