Mobilität
20.09.2013

Forschung für autonome Autos

Foto: Daimler und Benz Stiftung

Das selbstfahrende Auto ist längst keine Zukunftsvision mehr. Die Industrie arbeitet mit Hochdruck daran, die Technik zur Marktreife zu bringen. Ein Projekt der Daimler und Benz Stiftung erforscht nun die gesellschaftliche Akzeptanz.

Ein Trend der diesjährigen IAA waren automatische Fahrsysteme. Autobauer und Zulieferer entwickeln immer mehr Produkte, die den Fahrer von seinen Aufgaben entbinden. Im August etwa hatte Daimler eine vollautomatische S-Klasse auf der Strecke von Mannheim nach Pforzheim, auf der vor über hundert Jahren auch Berta Benz fuhr, getestet. Der Wagen legt die Strecke ohne Probleme zurück.

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In der neuen Generation der S-Klasse bietet Mercedes aber zunächst nur einen Fahrassistenten für geringe Geschwindigkeiten an. Noch gibt es einige technische Hürden, auch der Gesetzgeber ist noch nicht soweit. Wer trägt etwa die Schuld, wenn ein autonomes Fahrzeug einen Unfall baut? Der Insasse oder der Hersteller?

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Ein von der Daimler und Benz Stiftung initiiertes Forschungsprojekt beschäftigt sich nun mit der gesellschaftlichen Akzeptanz und den Anforderungen an selbstfahrende Autos. „Es geht darum, die Grundlagen für eine Diskussion zum autonomen Fahren mit der Öffentlichkeit zu schaffen“, sagte Projektleiter Markus Maurer. Neben rechtlichen Aspekten wollen die Wissenschaftler auch ethische und technische Aspekte beleuchten. Am Ende des zweijährigen Projekts wollen die vier Wissenschaftler ein Weißbuch veröffentlichen, für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Maurer warnte vor übereilten Schritten. Ankündigungen von Google, ein vollautomatisches Auto bereits Ende des Jahrzehnts auf den Markt zu bringen, sieht er mit Skepsis.

Chance für Industrie

Daimer-Technikvorstand Thomas Weber betonte allerdings, die Entwicklung gehe schneller voran als erwartet. Dennoch sieht er noch Innovationsbedarf bei Karten und der Rechnerleistung im Auto. Zudem müsse es eine Diskussion mit dem Gesetzgeber etwa über Zulassungsfragen geben.

Weber betonte, es gehe auch darum, eine neue Technologie in Europa maßgeblich voranzubringen. Die Forschung und Entwicklung bei Daimler läuft auf Hochtouren. „Wir werden uns für einzelne Themen, wie etwa die Karten, Partner suchen“, betonte Weber. Bei der Entwicklung von Sensoren und Kameras seien zudem die Zulieferer gefragt. Die Entwicklung der zentralen Steuersoftware werden wir aber im Hause vorantreiben“, so Weber.

Weber sprach von einer Demokratisierung der Sicherheit. Die Fahrassistenzsysteme dürften keine horrenden Summern kosten, sondern müssten einer breiten Schicht zugänglich sein. Er brachte eine Summe von 2.000 bis 3.000 Euro ins Spiel.

 

 

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
autonomes Fahren | E-Mobilität | Daimler | Thomas Weber
Ressorts:
Technology | Markets

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