12.10.2016

Freude und Empörung über sinkende Eigenkapitalzinssätze

Die Bundesnetzagentur spaltet die Energiebranche – durch die Festlegung der künftigen Renditen.

Die Bundesnetzagentur hat ihre Entscheidung verkündet: Die Eigenkapitalzinsätze auf Strom- und Gasnetze werden sinken. Jene für Neuanlagen betragen ab der nächsten Regulierungsperiode (2018 für Strom und 2019 für Gas) nurmehr 6,91 Prozent, die für Altanlagen fallen auf 5,12 Prozent. Derzeit betragen die Renditen 9,05 Prozent für Neuanlagen und 7,14 Prozent für Altanlagen. Die Bundesnetzagentur begründet ihr Vorgehen mit der anhaltenden Niedrigzins-Entwicklung an den Kapitalmärkten und dem allgemeine Verbraucherinteresse. Die Antworten der Energiewirtschafts-Verbände folgten prompt – und fallen teils komplett konträr aus.

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Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fürchtet nun den Investitionsstau. Der neue Zinsatz liege „auf einem der letzten Plätze in Europa“. Darum ängstigt den Verband, dass bei steigenden Kosten für den Netzerhalt der für die Energiewende dringend benötigte Netzausbau gehemmt werden könnte, da die Netzbetreiber nicht genug verdienten um weiter ausreichend zu investieren. Diese Einschätzung teilen sowohl der Münchner Thüga-Konzern als auch der Verband kommunaler Unternehmen VKU. 

Ganz anders bewertet der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) die Entscheidung. Dort wird sie klar begrüßt. Die Verbraucher werden laut BNE in der kommenden Regulierungsperiode um 2,5 Milliarden Euro entlastet. Der Aus- und Umbau der Stromnetze für die fortschreitende Energiewende werde nach Ansicht des BNE dadurch aber nicht in Frage gestellt, die Investitionen blieben attraktiv. Ganz ähnlich sieht es auch der Energieversorger Lichtblick. Allerdings geht ihm die Zinssenkung nicht weit genug. Die Netzkosten blieben demnach weiterhin die größten Kostentreiber der Energiewende und belasteten ihre Kunden ungerechtfertigt stark.

Tim Lüdtke
Keywords:
Bundesnetzagentur | Eigenkapitalzinssätze | Rendite | Energieverbände | Netzausbau | erneuerbare Energien | Energiewende
Ressorts:
Governance | Markets

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