Energiegipfel
02.04.2014

Gelockerte Zubaudeckel bei Wind- und Bioenergie

In Deutschland scheint nach dem Energiegipfel zwischen Bund und Ländern wieder alles im Lot. Die Nordländer freuen sich etwa über die Lösung beim Repowering – die Erneuerung alter Windenergieanlagen machte im vergangenen Jahr immerhin rund ein Viertel des gesamten Zubaus aus.

Im Berliner Kanzleramt gingen gestern Bundesregierung und Länderchefs überwiegend zufrieden aus den Gesprächen. Die Länder im windreichen Norden konnten so zum Beispiel durchsetzen, dass beim Ersatz alter Windenergieanlagen durch neue (Repowering) nur noch die Differenz zwischen den beiden Anlagen in die maximal 2.500 Megawatt an jährlicher Zubauleistung einberechnet wird. Nach Zahlen des Branchendienstes Deutsche Wind-Guard lag im vergangenen Jahr die installierte Repowering-Leistung immerhin bei 766 Megawatt, also rund einem Viertel des gesamten Windenergiezubaus. Den Repowering-Bonus wird es im kommenden Erneuerbare-Energien-Gesetz aber vermutlich nicht mehr geben.

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Bei der Offshore-Windenergie will die Regierung 1,2 Gigawatt mehr Netzkapazität genehmigen lassen. Dadurch soll das Ausbauziel von 6,5 Gigawatt bei den Windparks auf dem Meer tatsächlich erreicht werden. Bei Biogas soll der Ausbaudeckel von 100 Megawatt nur für komplett neue Anlagen gelten, nicht für die Erweiterung bestehender. 

Ziel des Wirtschafts- und Energieministers Sigamr Gabriel (SPD) ist es, mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Kostendynamik bei der Umlage zu durchbrechen. Derzeit liegt die Umlage bei 6,24 Cent pro Kilowattstunde, für einen durchschnittlichen Familienhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr sind das Zusatzkosten von rund 220 Euro im Jahr. Laut Gabriel ließe sich die EEG-Umlage auch mit den Kompromissen in etwa auf dem jetzigen Niveau halten, mit einem leichten Anstieg bis 2020 um 0,2 Cent pro Kilowattstunde. 

Am kommenden Dienstag möchte das Bundeskabinett einen Entwurf zum EEG beschließen, spätestens im August soll das Gesetz in Kraft treten. Durch die Kompromisse mit den Bundesländern möchte die Regierung drohende Verzögerungen im Vermittlungsausschuss verhindern. 

Titelbild: Depositphotos

Daniel Seeger
Keywords:
EEG-Reform | EEG-Umlage | Energiepolitik
Ressorts:
Governance

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