Energieeffizienz
03.02.2016

Grüne Moscheen für Marokko

fotos: flickr/Henry Zbyszynski; GIZ
Die As-Sounna-Moschee in Rabat wurde im Sommer 2014 mit einer PV-Anlage ausgestattet.

Mit energiesparenden Lampen, Solarthermie- und PV-Anlagen auf den Dächern will Entwicklungsminister Müller Moscheen energiesparend umrüsten und die Energiewende in Marokko anschieben.

 

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Jeden Freitag ruft der Muezzin zum Gebet. Dann strömen die Einwohner von Rabat in die Moschee. „Moscheen sind für viele Marokkaner ein Mittelpunkt ihres sozialen Lebens,“ sagt Jan-Christoph Kuntze. Er leitet seit 2015 das Projekt „Grüne Moscheen“ der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums in der marokkanischen Hauptstadt. Mit seinem rund zehnköpfigen Team versucht der studierte Jurist die religiösen Oberhäupter im Islam, die Imame, für die Idee von energieeffizienten Moscheen zu gewinnen. Gemeinsam mit seinen vier marokkanischen Partnerinstitutionen sensibilisiert das Projekt  Imame und Lehrkräfte in Koranschulen für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. „Ressourcenschutz ist auch im Koran verankert“, weiß Kuntze.

 

Die Moschee As-Sounna ist schon energiesparend umgerüstet

Durch die Projekte in den Gebetshäusern soll die Energiewende in dem nordafrikanischen Staat in Schwung kommen. Fünf Millionen Euro stellt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dafür bereit.

Die Moschee As-Sounna in Rabat ist das erste Vorzeigeprojekt. Drei marokkanische Firmen haben eine PV-Anlage für Solarstrom auf dem Dach montiert (siehe Foto) und die Glühbirnen durch energiesparende LED-Lampen ersetzt. Das Wasser wird mit Hilfe von Sonnenenergie in einer Solarthermieanlage erwärmt. Insgesamt spart das rund 40 Prozent der früher in der Moschee verbrauchten Energie.

 

Das Projekt soll bis 2019 bis zu 130 neue Arbeitsplätze schaffen

„Die Sanierung wird auf Basis von Energiesparverträgen durchgeführt“, sagt Projektleiter Kuntze. Das heißt: Eine Firma rechnet einem Gebäudebesitzer vor, wie viel Geld er beispielsweise durch neue Lampen sparen kann. Wenn sie den Auftrag zur Sanierung erhält, kassiert sie über einen vereinbarten Zeitraum die durch die Maßnahmen erzielten Einsparungen. Das Konzept ist in Deutschland bereits verbreitet. Um den Ansatz auch in Marokko bekannt zu machen, bildet das Projekt marokkanische Unternehmer, Handwerker und Ingenieure fort. „Wir erklären in unseren Fortbildungen zum Beispiel, wie der Energieverbrauch gemessen und dokumentiert werden kann.“ Bis 2019 könnten so 130 neue Arbeitsplätze in Marokko entstehen.

Bis zu Beginn des Ramadan Anfang Juni sollen rund hundert Moscheen energiesparend umgerüstet sein. Insgesamt sind über die Projektlaufzeit von vier Jahren rund 600 Sanierungen von islamischen Gotteshäusern geplant. Bis dahin liegt allerdings noch viel Arbeit vor den deutschen und marokkanischen Projektpartnern.

Jana Kugoth
Keywords:
Energieeffizienz | Energiesparverträge | Marokko | GIZ | Bundesentwicklungsministerium | Moschee | PV-Anlage | Solarthermie | LED | Rabat
Ressorts:
Finance | Governance

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