Klimafinanzierung
11.03.2016

Green Climate Fund will effizienter werden

foto: pixabay
Der Green Climate Fund soll Projekte zur Klimaanpassung und zur Senkung klimaschädlicher Emissionen fördern.

Das erste Mal nach dem Pariser Klimagipfel haben die Mitglieder des Green Climate Fund-Aufsichtsrats in dieser Woche wieder zusammengesessen. Dabei beschäftige sich der Fonds vor allem mit sich selbst.

 

Anzeige*

Der von Héla Cheikhrouhou geführten Green Climate Fonds (GCF) will schneller und besser arbeiten. Dazu hat der Verwaltungsrat diese Woche im südkoreanischen Songdo seinen „ersten strategischen Plan“ verabschiedet. Das teilte der GCF am heutigen Freitag mit.

Der Fonds soll Gelder für die Anpassung an den Klimawandel und die Senkung von Treibhausgasen in Schwellen- und Entwicklungsländern bereitstellen.

Die Verwaltungsrat-Mitglieder aus 37 Staaten beschäftigten sich bei ihrem ersten Treffen seit dem Pariser Klimagipfel im Dezember vergangenen Jahres aber nicht wie gewöhnlich mit neuen Projekten zur Klimafinanzierung. Dieses Mal ging es ausschließlich um die Arbeitsweise des Gremiums. „Operative Maßnahmen“ standen im Vordergrund, wie der australische GFC-Vize-Chef Ewen McDonald im Vorfeld des Treffens angekündigt hatte. Damit sollen Kinderkrankheiten des erst 2010 im mexikanischen Cancun von der internationalen Staatengemeinschaft gegründeten Fonds ausgemerzt werden.

 

In Paris zeigten sich die Anlaufschwierigkeiten

Denn in Paris wurde deutlich: Der Fonds kämpft mit Anlaufschwierigkeiten. Zwar hatte Fonds-Chefin Héla Cheikhrouhou in Paris die ersten acht Projekte des Fonds vorstellen können. Doch gleichzeitig zeigte sich in Gesprächen und Veranstaltungen am Rande des Klimagipfels: Vielen Staaten fehlen die für die Projektkonzeption nötigen Institutionen und Ansprechpartner.

Das untertreichen auch die Ergebnisse einer Studie des britischen Beratungshauses Eco. Darin heißt es: Seit dem letzten Board-Meeting scheint die Projektpipeline „nicht an Schwung zu gewinnen“.  Die Autoren haben für die Studie knapp 300 Regierungsmitglieder und NGOs befragt.

Das Ergebnis: Die Befragten fordern mehr Unterstützung bei der Projektentwicklung. Bisher kostet das Einreichen eines Projekts laut Analyse knapp 150.000 US-Dollar – keine leichte Aufgabe für Entwicklungsländer, denen es oft an Geld, institutionellen Strukturen und Personal fehlt.

Kein Wunder also, dass die Verteilung der Gelder noch schleppend verläuft: Für 2016 wurden erst Projekte in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar eingereicht. Insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar sollen in diesem Jahr ausgeschüttet werden. 

Ein weiteres Problem: Die dünne Personaldecke. Die hatte Fonds-Chefin Héla Cheikrouhou in Interviews zuletzt immer wieder beklagt. So auch im Exklusiv-Interview mit bizz energy im Herbst 2015. Damals sagte sie: Ein Job beim Fonds bedeute zwangsweise wenig Schlaf (das vollständige Interview lesen Sie hier). Gut möglich, dass sie das zu der Entscheidung veranlasst hat, den Vorsitz im kommenden September nach drei Jahren abzugeben, wie sie im Februar ankündigte.

 

Geld für die Cook Islands

Doch nicht alles läuft schlecht. Kürzlich erhielten die Cook-Islands 75.000 US-Dollar aus den GCF-Töpfen. Insgesamt darf die kleine Inselgruppe im Südpazifik auf 150.000 US-Dollar für die Finanzierung von Klimaprojekten hoffen. Elizabeth Wright-Koteka, Chefsekretärin von Premierminister Henry Puna, zeigte sich entschlossen, den Kampf gegen die Klimawandelfolgen aufzunehmen: „Als eine Nation, die stark vom Klimawandel betroffen ist, wollen wir den Widerstand unserer Bevölkerung gegen die Klimafolgen erhöhen – egal, ob dies nur vorübergehend oder dauerhaft so sein wird.“

Neues Geld kam diese Woche von US-Präsident Barack Obama. Er schüttete  die ersten 500 Millionen US-Dollar der insgesamt in Paris versprochenen drei Milliarden US-Dollar aus.

 

Jana Kugoth
Keywords:
Klimafinanzierung | Green Climate Fund | Strategie | Klimawandel | Klimafolgen | Cook Islands | USA
Ressorts:
Finance

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy Sommer 2017

Die neue bizz energy gibt es ab sofort am Kiosk oder bei unserem Abonnentenservice unter bizzenergy@pressup.de.

 
 

bizz energy Research

Individuell zugeschnittene Studien
und differenzierte Analysen sowie
kurze Reports.


Aktuelle Angebote:
» Jetzt anmelden zur 3. Runde unserer Ausschreibungssimulation Wind Onshore
» Zum Kostenbenchmarking Wind Onshore


MEHR INFORMATIONEN HIER

 
 

bizz energy Veranstaltungen