Offshore-Wind
11.07.2013

Großbritannien verschenkt viel Wind

Vestas

Das Londoner Institute for Public Policy Research (IPPR) sieht Großbritanniens Potenzial beim Offshore-Wind nicht ausreichend genutzt. Die Wissenschaftler fordern von der Regierung mehr Engagement. Unter anderem wollen sie Turbinenhersteller auf die Insel locken.

In ihrem aktuellen Bericht fordert die unabhängige Organisation IPPR die britische Regierung dazu auf, sich mehr für den Ausbau der Offshore-Windenergie zu engagieren. Großbritannien verfüge mit seinen großräumigen, küstennahen Flachwassergebieten über ideale Voraussetzungen für eine Nutzung der Offshore-Windenergie, heißt es in dem Report. Dennoch werde die Regierung das bis zum Jahr 2020 gesteckte Ziel von 18 Gigawatt (GW) installierter Leistung nicht erreichen. 

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Nach derzeitigem Stand könnten bis 2020 Anlagen mit einer Leistung von 11,5 Gigawatt am Netz sein. Aktuell sind in Großbritannien Anlagen mit einer Leistung von drei Gigawatt am Netz, immerhin soviel wie in keinem anderem EU-Staat. Erst vergangene Woche ging der weltgrößte Offshore-Windpark London Array offiziell in Betrieb.

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Ein Offshore-Ausbau von 18 Gigawatt, wie ursprünglich geplant, würde Großbritannein laut IPPR  15.000 zusätzliche Arbeitsplätze bescherren. Gleichzeitig würde sich die Abhängigkeit des Landes von fossilen Energie-Importen reduzieren. Das Königreich könnte sogar zum Exporteur von Grünstrom aufsteigen, so die Autoren. 

Woran es hapert

Beim Ausbau der Offshore-Windenergie stehe Großbritannien im Wesentlichen vor zwei Herausforderungen, sagt Will Straw, stellvertretender Direktor des IPPR und Autor des Berichts. Zum einen die Kosten, die bei der Offshore-Windkraft deutlich höher liegen als bei anderen erneuerbaren Energien. Zudem stammt nur eine Drittel der Komponenten für die Offshore-Parks aus Großbritannien. Dadurch entstünde ein Großteil der Arbeitsplätze in anderen Ländern, etwa in Deutschland oder Dänemark, wo die Turbinen gebaut werden. 

Mindestens zwei ausländische Turbinenenherstelller sollten deshalb nach Großbritannienen gelockt werden, fordert Straw in seinem Bericht. Dies würde andere Firmen nachziehen. Dafür seien aber langfristige, stabile politische Rahmenbedingungen sowie mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung nötig.

Investoren gesucht

Langfristige Verträge mit Laufzeiten von 20 bis 25 Jahren würden darüber hinaus bei den Entwicklern für mehr Sicherheit sorgen. „Wir sollten aktiv nach ausländischen Investoren suchen“, fordert Straw. „Dabei dürfen wir die Local-Content Regeln der WTO und die EU-Regeln für staatliche Subventionierung von Projekten nicht aus den Augen verlieren.“  

 
TG
Keywords:
Offshore-Windenergie | Großbritannien | Institute for Public Policy Research | Windenergie
Ressorts:
Markets

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