Elektromobilität
21.11.2017

Gut für Volkswagen: China geht in die Lithium-Offensive

Foto: Flickr/Andrey Sekachev
Unter der Salzwüste Salar de Uyuni in Bolivien liegen große Lithium-Vorkommen. Bisher wird dort vor allem Salz abgebaut.

Chinesische Unternehmen sichern sich Lithium in Australien und Südamerika. Der Wettbewerb um das begehrte Mineral für Batterien zieht an. Allein Volkswagen will für 50 Milliarden Euro Batterien kaufen.

Volkswagen hat China zum wichtigsten Markt für seine geplante Elektroautooffensive erklärt. Im Jahr 2020 will der Konzern dort rund 400.000 E-Autos verkaufen, im Jahr 2025 bereits 1,5 Millionen. Die meisten dieser Fahrzeuge sollen in China gebaut werden. Somit wird VW auf große Mengen von Batterien chinesischer Zulieferer angewiesen sein. Auch andere Autokonzerne haben große E-Auto-Pläne für China. Das Land sichert sich deshalb im großen Stil Zugriff auf das zur Batteriezellenfertigung nötige Lithium. (Lesen Sie auch: USA und China fahren mit E-Autos voran)

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Chinesische Unternehmen kaufen mit Unterstützung der Regierung in Peking Anteile an Bergbau-Unternehmen im Ausland: Der Autohersteller Great Wall hat sich im September an Pilbara Minerals in Australien beteiligt. Gangfeng Lithium baut in der australischen Mine Mount Marion Lithium ab und hat in diesem Jahr 20 Prozent an Lithium Americas gekauft, das eine Lithium-Mine in Argentinien betreibt. Tianqi Lithium stieg im vergangenen Jahr beim größten Lithium-Produzenten der Welt SQM in Chile ein.

China will Weltmarktführerschaft

China selbst verfügt über keine großen Lithium-Ressourcen. Rohstoffmarktexperten rechnen deshalb damit, dass chinesische Unternehmen sich weitere Anteile an Vorkommen in Australien und Südamerika sichern. Große noch nicht erschlossene Mengen Lithium liegen beispielsweise unter Salzwüsten in Bolivien.

China wolle Weltmarktführer in der gesamten Lithium-Wertschöpfungskette werden, sagt Chris Berry, Gründer des auf Rohstoffe und Wachstumsmärkte spezialisierten Finanzberaters House Mountain Partners in New York. „Chinas aggressiver Drang in den Lithium-Sektor zeigt, dass das Land bei wichtigen Themen wie Gesundheit und Klimaschutz in Führung geht“, wird Berry vom TV-Sender CNN zitiert.

Lithium-Lager leeren sich

Während die gelagerten Lithiumbestände in den Batterieproduzentenländern China, Japan und Südkorea schrumpfen, zieht die Nachfrage weiter an und treibt den Preis, den Zellenhersteller wie beispielsweise Samsung und LG ihren Zulieferern zahlen müssen.

Die Preissteigerung setzt sich fort zu den Batterie-Weiterverarbeitern: Herstellern von Batteriesystemen wie etwa Akasol in Darmstadt oder der BMZ-Gruppe im hessischen Karlstein.  Dem Analysedienst Benchmark Mineral Intelligence zufolge ist der Lithiumpreis seit Jahresanfang um vierzig Prozent auf etwa 14.000 Dollar pro Tonne gestiegen.

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Christian Schaudwet
Keywords:
Lithium | Elektromobilität | Batterien
Ressorts:
Markets

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