Energiewende
24.05.2012

Hambrecht zweifelt an Zeitplan der Regierung

50 Hertz
Bislang fehlen Investitionen in den Netzausbau.

Daimler-Aufsichtsrat Jürgen Hambrecht, Ex-Chef des Chemiekonzerns BASF, kritisiert die “widersprüchlichen Eingriffe des Staates“ in der Energiepolitik. Investoren für neue Kraftwerke und Stromnetze würden dadurch abgeschreckt.

Ein Scheitern des Zeitplans der Bundesregierung bei der Energiewende sei absehbar, prophezeit Jürgen Hambrecht in einem Essay der Juni-Ausgabe des Manager Magazins. Der gebürtige Reutlinger war acht Jahre lang bis 2011 Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns BASF aus Ludwigshafen. Beim Autobauer Daimler und der größten deutschen Fluggesellschaft Lufthansa sitzt er im Aufsichtsrat. „Der Wildwuchs an Regulierung führt dazu, dass wir durch widersprüchliche Eingriffe des Staates das Marktversagen geradezu herbeiführen“, so Hambrecht.

Anzeige

Anzeige

Er argumentiert, dass der politisch verordnete Ausstieg aus der Atomkraft und die Einführung der Brennelementesteuer die Ertrags- und Investitionskraft der Stromerzeuger nachhaltig geschwächt habe. Die Folge sei, „dass wir über kurz oder lang zu wenige Kraftwerke haben werden, die zuverlässig Grundlast tragen und Verbrauchsspitzen abfedern können“.

Zudem würden die staatlich regulierten Netzrenditen und -entgelte für den Transport von Elektrizität dazu führen, „dass sich kaum Investoren für den Ausbau der Netze finden würden“. Aus diesem Grund seien erst 214 von 1.834 Kilometern Stromübertragungsleitungen, die die Bundesnetzagentur für besonders wichtig erklärte, fertiggestellt. Der Zeitpan der Regierung sei deshalb nicht mehr realistisch, folgert Hambrecht.

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Energiepolitik | Netzausbau | Bundesnetzagentur
Ressorts:
Finance | Markets

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen