Nachhaltige Spielwaren
12.01.2016

Ich sehe was, was du nicht sagst

foto: fischertechnik

Für die Spielwarenindustrie werden erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen immer wichtiger. Allerdings versäumen es viele Firmen, ihre Aktivitäten richtig zu kommunizieren.

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Prinz Joachim zu Dänemark gab sich die Ehre. Seine königliche Hoheit eröffnete den Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 1 am 9. November dieses Jahres. Jetzt produzieren 78 Windturbinen mit einer installierten Leistung von insgesamt 312 Megawatt Strom auf hoher See. Die Anwesenheit des Prinzen hatte einen Grund: Der Windpark befindet sich fest in dänischer Hand. Drei Kooperationspartner haben sich hier zusammengeschlossen, der Energiekonzern Dong energy, der vor allem durch seine Hörgeräte bekannte Vertreter der Gesundheitsbranche William Demant – und der Spielwarenkonzern Lego.

Investitionen in erneuerbare Energien sind für die Spielwarenindustrie durchaus interessant, auch aus Imagegründen. Bei jungen Eltern und Jugendlichen kommt es gut an, wenn Unternehmen Verantwortung für Umwelt und Klima dokumentieren. Gleichzeitig ist Plastikspielzeug erdölbasiert, und der Branche geht langfristig der Rohstoff aus. Kunststoffpuppen, Kunststofftiere, Kunststoffautos, Kunststoffhäuser – Ersatzmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen muss her. 

 

Beim Thema Nachhaltigkeit steht die Spielwaren-Branche noch am Anfang

Allerdings geben sich weite Teile der Branche bei diesem Thema überraschend zugeknöpft. Lego ist eine der wenigen Ausnahmen. Bereits 2012 stieg die Kirkbigruppe, die Holdinggesellschaft der Lego-Eigentümerfamilie Kristiansen, für rund drei Milliarden dänische Kronen, umgerechnet rund 403 Millionen Euro, bei Borkum Riffgrund 1 ein. 31,5 Prozent der Anteile gehören der Holding. „Das ist ein substanzieller Schritt hin zu unserem Ziel, im Jahr 2020 unseren Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken“, freut sich Lego-Chef Jørgen Vig Knudstorp, der seine Nachhaltigkeitsziele offensiv kommuniziert.

Das gilt auch für das 2,7-Megawatt-Tri-Generationen Gaskraftwerk am ungarischen Standort Nyiregyhaza. Es versorgt die Anlage mit der nötigen Energie – Strom, Wärme und Kälte. Was immer Lego im Bereich Nachhaltigkeit tut, erfährt die Öffentlichkeit. Anders als viele Konkurrenten, die sich oft schwertun, Themen zu kommunizieren, in denen nicht ihre Produkte direkt beworben werden. Das gilt beispielsweise für die Fürther Simba-Dickie-Group mit einem geplanten Umsatz im laufenden Geschäftsjahr von 617 Millionen Euro, bekannt unter anderem für das Bobby Car, Simba-Kunststoffspielwaren – aber auch die Eichhorn-Holzeisenbahn. Die Gruppe will keine Stellungnahme zu Nachhaltigkeit und Energiebilanz abgeben. Bei diesen Themen stehe die Branche „noch in den Anfängen“, konzidiert Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie.

 

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Keywords:
Spielwaren | Nachhaltigkeit | Lego | Energieeffizienz | erneuerbare Energien | Spielwarenmarkt | Kunststoff | Playmobil | 2030
Ressorts:
Markets

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