E-Mobilität
22.02.2017

Innogy plant Blockchain-Ladenetz

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Beim Laden von Elektro-Autos arbeitet der Essener Konzern Innogy an einer europäischen Roaming-Lösung auf Basis der Blockchain. Hinter den Kulissen laufen die Gespräche mit großen Versorgern.

Das Datenbankprotokoll Blockchain gilt als ideal für Transaktionen kleiner Strommengen und Geldbeträge, besonders in dezentralen Systemen mit vielen Teilnehmern. Innogy will seine Blockchain-Lösung für das Laden von E-Autos nun im Frühjahr auf den Markt bringen, wie bizz energy aus Unternehmenskreisen erfuhr. In einem nächsten Schritt will der Essener Energiekonzern ein europaweites Ladenetzwerk auf Basis der Blockchain aufbauen. Dazu führt Innogy derzeit Gespräche mit großen europäischen Energieunternehmen – beispielsweise in Frankreich, Italien, Spanien, Tschechien, den Niederlanden und Finnland.

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Blockchains sollen die Identifizierung von Autos und Ladesäulen besonders sicher machen und automatisieren. Über einprogrammierte Verträge (Smart Contracts) werden die Lade- und Bezahlvorgänge selbständig ausgelöst. Autohersteller und Versorger sehen darin einen Komfortgewinn für den Kunden.

Feldtests in der zweiten Jahreshälfte

Bei der Lösung von Innogy wird die Identifizierung von Auto und Ladesäule in der ersten Phase aber noch nicht von selbst laufen, die Fahrer müssen die Ladestation noch wie bisher eigenhändig über eine App auswählen. Automatisieren soll den Prozess künftig eine Art elektronische Geldbörse, die in Fahrzeugen verbaut wird. Dieses eWallet entwickelt Innogy mit dem Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen und der Bank UBS. In der zweiten Jahreshälfte sollen nach Angaben eines ZF-Sprechers Feldtests starten. Langfristig soll es das eWallet dem Halter auch ermöglichen, sein Auto zu verleihen, wenn er es nicht benötigt. Die Projektpartner setzen vor allem auf Flottenlösungen und haben angekündigt, beispielsweise mit Carsharing-Anbietern zu kooperieren.

An Blockchain-Lösungen für den Verkehr arbeiten immer mehr Unternehmen. Beim Automobilkonzern BMW läuft das Thema unter der Bezeichnung Decentralized Ledger Technology (DLT). Die Münchner haben dazu Mitarbeiter aus Logistik, IT, Abrechnung sowie Rechtsexperten aus dem Bereich Management des geistigen Eigentums zusammengezogen.

Autos kommunizieren mit Wartungsservices

„Hinter den Forschungen steht das langfristige Ziel, dass autonom fahrende Fahrzeuge mit anderen Maschinen – wie beispielsweise Tank- und Mautstellen, Parkschranken und Wartungsservices – zukünftig selbstständig Geschäfte abwickeln können“, sagt eine BMW-Sprecherin. Dazu sei der Konzern auch in Kontakt mit Energieversorgern. Mit Vattenfall, das ebenfalls mit der Blockchain experimentiert, nutzen die Münchner bereits ausgediente Batterien aus E-Autos für die stationäre Speicherung von Solarstrom.

In den USA arbeitet das Start-up Arcade City an einem privaten Chauffeur-Service auf Blockchain-Basis. In Tech-Medien wird Gründer Christopher David gerne als „Uber-Killer“ bejubelt. Anders als bei dem Branchenführer will er keine Tarife vorgeben, sondern Fahrer und Nutzer sollen sie nach dem Prinzip Peer-to-Peer individuell aushandeln. Nach ersten Anläufen in einigen US-Städten soll die App im März global an den Start gehen.

Um den israelischen Blockchain-Vorreiter La’Zooz ist es unterdessen schon wieder stiller geworden. Dessen Mobilitäts-Anwendung wurde inzwischen zwar mehr als 5.000-mal aus dem Android-App-Store heruntergeladen. Allerdings stammt die letzte Software-Aktualisierung von September 2015 und auf den Kanälen des Unternehmens in sozialen Medien herrscht seit einem halben Jahr Schweigen.

Manuel Berkel
Keywords:
Blockchain | Innogy | Ladenetz | BMW | Arcade City | La ´Zooz
Ressorts:
Technology | Markets

Kommentare

wozu gibts eigentlich gesetzliche Zahlungsmittel?? EC Kreditkarte oder Bargeld fuktioniert auch schon heute weltweit. ...

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