Grüne Anleihen
11.12.2017

KfW baut Green-Bond-Angebot 2018 aus

Foto: KfW, Gaby Gerster
Frank Czichowski, Direktor der KfW und Bereichsleiter Treasury, Kapitalmärkte, Finanzanlagen

Die staatliche Förderbank KfW bleibt der mit Abstand größte Emittent grüner Anleihen in Deutschland. Im kommenden Jahr legt sie mit zwei neuen Green Bonds nach.

Mindestens eine großvolumige Anleihe in Euro und eine in US-Dollar will die in Frankfurt ansässige KfW 2018 auf den Markt bringen. Bei diesen beiden Green Bonds dürfte es nicht bleiben: KfW-Kapitalmarktchef Frank Czichowski deutet in Frankfurt an, dass die Bank sich im kommenden Jahr mindestens so stark in dem Anleihe-Segment engagieren will wie bisher.

Anzeige*

So hat die Förderbank 2017 sieben grüne Anleihen mit einem Volumen von 3,7 Milliarden Euro begeben, darunter auch Anleihen in US-Dollar, Austral-Dollar und Pfund Sterling. Die Bank hat in den vergangenen Jahren insgesamt grüne Anleihen über knapp 13 Milliarden Euro platziert, was einem Marktanteil von 65 Prozent in Deutschland und von sechs Prozent weltweit entspricht. Im Sommer 2017 brachte sie ihre bislang größte grüne Anleihe mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro auf den Markt.

30 Green Bonds aus 10 Ländern

Wie Czichowski erläutert, will die Frankfurter Förderbank mit ihrer Green-Bond-Strategie zum Entstehen einer Infrastruktur für die Finanzierung von Klima- und Umweltschutzprojekten am Kapitalmarkt beitragen. Sie versuche auch, Emittenten solcher Papiere zu einem besseren Umwelt-Reporting zu bewegen, sagt der KfW-Kapitalmarktchef.

Die KfW emittiert nachhaltige Anleihen allerdings nicht nur, sondern kauft in diesem Segment auch selbst: So hat das Institut Green Bonds überwiegend europäischer Emittenten über 900 Millionen Euro in seinen Beständen und will diese 2018 um weitere 300 Millionen Euro aufstocken. Seit 2015 hat die Bank insgesamt 30 Green Bonds aus 10 verschiedenen Ländern und in vier verschiedenen Währungen gekauft.

Lieber Euro als Dollar

Weil für die KfW strenge Anlagevorschriften gelten, stammen die grünen Wertpapiere in ihren Büchern alle von anderen Förderbanken, Staaten oder staatsnahen Institutionen und nicht von Unternehmen. Grüne Anleihen, wie sie von Toyota, Unilever, Renault oder von der RWE-Tochter Innogy begeben wurden, befinden hat sie nicht im Bestand.

Nach Aussage von Czichowski hat die Bank bei einem Refinanzierungsvolumen von 77,3 Milliarden Euro 2017 weitaus mehr Anleihen in Euro (41,4 Mrd. Euro) als in US-Dollar (27 Mrd. Euro) platziert. Dieses Verhältnis war in den vergangenen Jahren zeitweise umgekehrt. Czichowski begründet die gestiegene Nachfrage nach Euro-Anleihen mit dem wachsenden Vertrauen internationaler Investoren in den Euroraum. Durch die KfW ist Deutschland zum drittgrößten Herausgeber nachhaltiger Wertpapiere nach China und Frankreich geworden.

Lesen Sie auch: KfW investiert zunehmend in Klimaschutz

Thomas Bauer
Keywords:
Green Bonds | Green Finance
Ressorts:
Finance

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy Dezember 2017/Januar 2018

Die aktuelle Ausgabe gibt es ab sofort am Kiosk oder bei unserem Abonnentenservice unter (Mail:bizzenergy@pressup.de) sowie als E-Paper bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Welche Stellschrauben können Sie drehen, um Ihren Bestandswindpark zu optimieren?
Mithilfe des interaktiven Datentools von bizz energy Research sehen Sie die Effekte auf den Netto-Cashflow.


Link zum Cashflow-Rechner von bizz energy Research