Elektromobilität
27.09.2018

Lösungen für Batterie-Recycling in Sicht

Foto: Duesenfeld
Batteriemodule auf dem Weg in die Zerkleinerung für das Recycling.

Was tun mit alten Batterien? Auch an dieser Frage entscheidet sich, wie umweltverträglich die Verkehrswende wird. Auf einem Recycling-Kongress in Berlin zeigt die Branche, wie es gehen könnte.

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Auf dem Kongress in Berlin stellt Zimmermann eine Methode vor, die schon bei der Vorsortierung ansetzt. „Mechanische Aufbereitung wird ganz klassisch in einem Schredder gemacht oder in einer Hammermühle“, erklärt der Wissenschaftler. Sein Verfahren hingegen arbeitet mit Schockwellen: Die Batteriezellen, die zerlegt werden sollen, kommen dabei in ein Wasserbad. Dann werden starke Spannungspulse in das Wasser gegeben, die die Materialien angreifen.

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„Das Schöne ist, dass man mit dieser Schockwelle überall dort am Produkt angreift, wo Schwachstellen sind“, so Zimmermann. Im Gegensatz zum reinen Schreddern wird das Material durch die Schockwellen entlang von Verschraubungen und Verklebungen zerkleinert. Danach können die verschiedenen Materialien relativ einfach, zum Beispiel durch Siebung, voneinander getrennt werden.

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Dennoch, ganz ohne Hitze und Chemie geht es nicht. „Natürlich habe ich am Ende noch das Elektrodenmaterial, das aus Anoden- und Kathodenmaterial und Bindern besteht“, schränkt Zimmermann ein. „Das muss ich auch noch einmal auftrennen, im Zweifelsfall auch chemisch.“ Ein weiterer Nachteil: Im Gegensatz zu der Firma Duesenfeld können die Forscher den Elektrolyt noch nicht zurückgewinnen. Weil die Batteriezellen im Wasserbad zerteilt werden, vermischt sich der Elektrolyt mit dem Wasser – an der Lösung des Problems forschen Zimmermann und seine Kollegen aber bereits.

Handlungsbedarf bei der Logistik

Ist das Batterie-Recycling also schon bereit für die Mobilitätswende? Zimmermann sieht vor allem Handlungsbedarf bei der Logistik. „Wenn später mal mehrere hundert Batterien am Tag zurückkommen, muss man das gut organisieren“, merkt er an. Denn auch der Transport und Lagerung sind nicht einfach – die Batterien sind Gefahrgut.

Dieses Problem will das Unternehmen von Christian Hanisch bereits gelöst haben: „Wir haben sogar eine mobile Recycling-Anlage konstruiert, mit der wir direkt zu den Autoherstellern fahren können, um die Batterien vor Ort „zu entschärfen“, also ungiftig zu machen“, sagt der Ingenieur.

Bis 2020 will Hanisch mit seiner Firma die alten Batteriezellen so recyceln, dass 96 Prozent aller Bestandteile von der Industrie zur Herstellung neuer Batterien genutzt werden können. „Bisher war Batterierecycling ein Randproblem“, so Hanisch, „gerade ändert sich das aber rasant schnell, weil auch große Autobauer wie BMW und Volkswagen und weitere offensiv auf Elektroflotten setzen.“

Lesen Sie auch: Lithium in Europa – die Wette auf den Schatz im Berg

Friederike Meier, Susanne Götze
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Keywords:
E-Mobilität | Lithium | Recycling | Batterien
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