Kaufprämie
06.07.2020

Mehr Interesse an E-Autos

Foto: Istock
Schon 2016 lud ein VW-E-Auto an einer inländischen Ladesäule - seitdem versucht der Konzern, ein massentaugliches E-Auto in den Markt zu bekommen

Dank erhöhter Kaufprämie steigt das Interesse an E-Autos in Deutschland, wenn auch verhalten. Der Gesamtautomarkt brach um ein Drittel ein.

Die Anfang Juni erhöhte Kaufprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybride sorgt für einen Schub beim Interesse an Autos mit diesen Antrieben. Zwar halten sich die Auswirkungen auf die Neuzulassungen und Förderanträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle noch in Grenzen, doch die Nachfrage zieht an, wie Auswertungen der beiden großen Online-Neuwagenvermittler Carwow und Meinauto zeigen. In den Zulassungszahlen und Förderanträgen wird sich dies wegen monatelanger Lieferzeiten allerdings voraussichtlich erst verspätet niederschlagen.

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Bei Carwow hat sich der Anteil der reinen E-Autos an den Konfigurationen auf der Homepage von Mai auf Juni mehr als verdoppelt. Hybride ziehen ebenfalls an, wenn auch nicht ganz so stark. Auch bei Meinauto gibt es einen entsprechenden Boom beim Interesse an E-Autos und Hybriden mit einer Verdopplung des Anteils von Mai auf Juni. "Wir sehen einen deutlichen Effekt der Umweltprämie auf die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen", sagt Geschäftsführer Marco Steinfatt. Die Nachfrage sei nach Inkrafttreten der höheren Prämie "sprunghaft gestiegen".

Noch kein Schub auf Nachfrage

Thomas Peckruhn, Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe und Skoda-Händler, stellt im klassischen Handel dagegen noch keinen großen E-Auto-Schub durch die erhöhte Prämie fest. Allerdings gibt es ihm zufolge Unterschiede zwischen den einzelnen Marken - was auch daran liegt, dass nicht alle Fabrikate ausreichend große Kontingente an Elektroautos zur Verfügung haben.

Deutlich optimistischer für den Autohandel stimmt Peckruhn die Mehrwertsteuersenkung, von der Fahrzeuge aller Antriebsarten profitieren. Diese sei bei den Kunden "sehr präsent", sagt er. Insgesamt stabilisierten sich die Auftragseingänge inzwischen deutlich. Viele Kollegen sagten: "Wir sind wieder auf Flughöhe."

Gesamter Automarkt brach um ein Drittel ein

Seit dem 3. Juni gilt die neue erhöhte Kaufprämie für Elektroautos. Sie kann aus einem Zuschuss von bis zu 6.000 Euro vom Staat und einem Rabatt von bis zu 3.000 Euro vom Hersteller bestehen. Im ganzen Juni wurden insgesamt 8234 Anträge auf den Bonus gestellt, gut 500 mehr als im Mai. Am häufigsten ging es im Juni dabei um Autos der Marke VW vor Mercedes, Audi, Renault und BMW.

Für den gesamten deutschen Automarkt brachte der Juni keine Trendwende: 220 272 Autos wurden vergangenen Monat neu zugelassen und damit etwa ein Drittel weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mit. Immerhin: "Die Minusraten werden langsam wieder kleiner", erklärte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller. Noch im Mai waren die Neuzulassungen um rund die Hälfte eingebrochen.

Söder will Zulieferer "abgasarmer" Motore unterstützen

Laut VDA ist im ersten Halbjahr dieses Jahres die Zahl der Neuzulassungen hierzulande um 35 Prozent auf 1,21 Millionen Einheiten eingebrochen. Für das Gesamtjahr geht der Verband von insgesamt 2,8 Millionen Fahrzeugen aus und damit von einem Rückgang von rund 23 Prozent in Deutschland - vorausgesetzt es kommt nicht zu einer zweiten Welle an Neuinfektionen.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder kritisierte am Wochenende abermals, dass die SPD die Forderung Bayerns und anderer Länder nach einer Kaufprämie für abgasarme Verbrenner-Autos abgelehnt hat. "Die Kollegen Stephan Weil aus Niedersachsen, Winfried Kretschmann aus Baden-Württemberg und ich werden im Sommer noch einmal überlegen, ob wir eine Alternative zur Kaufprämie für besonders abgasarme Motoren finden. Ich kann mir eine besondere Unterstützung für die Zulieferer vorstellen, die dem Preisdruck am stärksten ausgesetzt sind", sagte Söder.

jst/dpa
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Elektromobiltität | Kaufprämie | Automarkt
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