Windkraft-Auktion
22.11.2017

Onshore-Wind: Bürgergesellschaften räumen erneut ab

Foto: Bundesnetzagentur
Das Dienstgebäude der Bundesnetzagentur in Bonn.

Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge der dritten Ausschreibung für Windenergie an Land erteilt. Bürgerwindgesellschaften dominieren erneut.

Die Bundesnetzagentur ließ für neue Windparks in Norddeutschland bieten. „Auch diesmal sind die Zuschlagswerte wieder deutlich gesunken, gegenüber der Vorrunde um weitere zehn Prozent“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Die Zuschläge liegen im Durchschnitt bei etwa 3,8 Cent pro Kilowattstunde. Die meisten Zusagen gab es für Projekte aus Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. „Das Ergebnis bestätigt Erfahrungen aus den vorangegangenen Ausschreibungen: Es wurden fast ausschließlich Gebote von Bürgerenergiegesellschaften bezuschlagt“, sagt Homann. Diese Bieter hätten nun viereinhalb Jahre Zeit für die Realisierung ihrer Projekte.

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Die Ausschreibung war deutlich überzeichnet. Bei einem Ausschreibungsvolumen von 1.000 Megawatt wurden 210 Gebote mit einem Volumen von 2.591 Megawatt abgegeben. Der Wettbewerbsdruck führte zu sinkenden Gebotswerten: während bei der letzten Runde noch im Durchschnitt 4,29 Cent pro Kilowattstunde erreicht wurden, waren es nun 4,02 Cent. In der ersten Runde im Mai lag der Wert bei 5,71 Cent.

Erneut hoher Anteil an Bürgerenergiegesellschaften

Bürgerenergiegesellschaften reichten 89 Prozent der Gebotsmenge ein. Im Ergebnis entfallen 60 von 61 Zuschläge auf sie. Für Bürgerwindparks gelten nach dem reformierten Erneuerbare-Energien-Gesetz mildere Bedingungen. So müssen sie keine Genehmigungen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz vorlegen und sie haben mehr Zeit, die Windparks zu errichten. Auch diese Ausschreibungsrunde war wieder von Geboten ohne Genehmigung geprägt.

Diese Sonderkonditionen werden von vielen Windkraftanlagen-Herstellern und vom Bundesverband Windenergie heftig kritisiert. Die Unternehmen sehen die Realisierungschancen der Windparks als ungewiss an und fürchten eine Auftragsdelle.

Für die ersten beiden Ausschreibungen für Onshore-Windenergie im Jahr 2018 muss eine Genehmigung für eine Teilnahme allerdings zwingend vorliegen.

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Carsten Kloth
Keywords:
Onshore-Wind | Windenergie
Ressorts:
Governance

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