Solarenergie-Studie
24.08.2017

Photovoltaik könnte 2050 die Hälfte allen Stroms liefern

Foto: Flickr/Robert Scoble

Das Potenzial der Solarenergie ist weitaus größer als bisher gedacht, sagen Wissenschaftler des Klimaforschungsinstituts MCC in Berlin. Sie sehen Deutschland in einer Schlüsselrolle beim weltweiten Ausbau der Photovoltaik.

Die deutsche Photovoltaik-Branche muss auf dem internationalen Markt für solare Energieerzeugung ihre Standortvorteile ausspielen. Das fordert der Klimaforscher Felix Creutzig vom Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC). „Während sich Donald Trump in den USA gegen den Wandel der Energiewirtschaft stellt, ist Deutschland für die Photovoltaik in puncto Projektplanung ein Platz unter der Sonne“, sagt Creutzig im Gespräch mit bizz energy.
 
Das Potenzial der Sonnenenergie ist offenbar viel größer als bisher gedacht: Einer neuen MCC-Studie zufolge könnte der Anteil der Photovoltaik an der globalen Energieversorgung im Jahr 2050 bis zu 50 Prozent ausmachen. Er wäre damit mehr als dreimal so groß wie bisher vom Weltklimarat IPCC vorausgesagt. Grund des schnelleren Wachstums seien vor allem die rasch sinkenden Kosten der Solarstromerzeugung, heißt es in der MCC-Studie, die von dem Fachblatt "Nature Energy" veröffentlicht wurde.

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Deutschland könne am Ausbau maßgeblichen Anteil haben, sagt Creutzig: „Abgesehen von den hohen Löhnen hierzulande sind die Kosten im Vergleich zu den USA niedriger.“ Grund seien unter anderem die standardisierten deutschen Planungs- und Genehmigungsverfahren. Deutschland solle seine Erfahrung mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz weitergeben, um den Markt für Solaranlagen auch anderswo in Schwung zu bringen. Als Beispiel nennt Creutzig den afrikanischen Kontinent.

Frühere Studien lagen falsch
 
Nach Ansicht der MCC-Klimaforscher sind die Möglichkeiten der Photovoltaik selbst in den optimistischsten Studien bisher weit unterschätzt worden, weil diese auf veralteten Kostenschätzungen beruhen. „In Zukunft wird die Entwicklung der Solarstromversorgung weniger von den Solaranlagen selbst als von deren Integration in Stromnetze, Speicherinfrastrukturen und in die Strommarktregulierung abhängen“, sagt der MCC-Wissenschaftler und Solarexperte Peter Agoston. „Dabei könnte Deutschland international eine Vorreiterrolle einnehmen.“

Im Jahr 2014 lieferten Photovoltaikanlagen nach Daten der OECD etwa ein Prozent des weltweit produzierten Stroms. In Deutschland stammten 2015 sechs Prozent des erzeugten Stroms aus dieser Quelle.

Christian Schaudwet
Keywords:
Photovoltaik | Solarenergie | MCC | Mercator
Ressorts:
Markets

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