Stromnetzausbau
08.05.2012

Regulierer kündigt höhere Netzkosten an

Amprion
Netzausbau: Viele Freileitungsprojekte kommen nur schleppend voran.

Die erforderlichen Investitionen in den Netzausbau werden zu höheren Strompreisen führen. Dies prognostiziert Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Allerdings solle es künftig auch mehr Transparenz geben, damit der Stand von Ausbauprojekten für jedermann sichtbar sei.

Der geplante Ausbau der Stromnetze führt zu höheren Netzentgelten und treibt damit den Strompreis weiter nach oben. „Insbesondere der von der Politik geforderte beschleunigte Ausbau bei Stromnetzen verlangt attraktive Investitionsbedingungen und ist nicht kostenlos zu haben“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Steigende Netzkosten seien angesichts des Investitionsbedarfs unvermeidlich. Gleichwohl werde die Regulierungsbehörde „alles daran setzen, dass die Kosteneffizienz gewahrt bleibt“, verspricht Homann bei der Vorstellung des Jahresberichts in Bonn. Allerdings veranschlagt der Anteil für Netzentgelte nur rund ein Viertel der Kosten für den Strompreis.

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Außerdem soll es mehr Transparenz geben: Alle von der Bundesregierung im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) als wichtig eingestuften Projekte werden künftig auf der Internetseite der Netzagentur im jeweiligen Projektzustand in Karten und Tabellen dargestellt. „Von den 1.834 km EnLAG-Leitungen sind 214 km realisiert. Von diesen 214 km wurden allerdings bisher weniger als 100 km tatsächlich in Betrieb genommen“, so die enttäuschende Bilanz, die der oberste Regulierer verkündet.

Denn der Ausbau gestaltet sich oft schwierig: Die Leitungen seien längere Vorhaben, die über Bundesländergrenzen hinweg gehen und erst dann Strom transportieren können, wenn alle Abschnitte fertig gebaut sind. Manche „Fahrpläne“ müssten auch nach ein oder zwei Jahren wieder korrigiert werden - dies alles verzögere den Ausbau zusätzlich. Übertragungsnetzbetreiber erarbeiten derzeit einen Entwurf eines Netzentwicklungsplans. Dieser soll spätestens am 3. Juni 2012 vorgestellt werden.

Zusätzlich muss auch das Verteilnetz stark ausgebaut werden. "Hier werden schon heute 97 Prozent der erneuerbaren Energien eingespeist, zudem ist auf dieser Netzebene mit 83 Gigawatt bereits mehr Leistung angeschlossen als an den Übertragungsnetzen“, kommentiert Hans-Joachim Reck, Geschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), den Jahresbericht des Regulierers. Laut VKU-Schätzungen liegt der Investitionsbedarf in die Verteilnetze bei rund 25 Milliarden Euro bis 2030.

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Netzausbau | Bundesnetzagentur
Ressorts:
Finance | Governance

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