Bioenergie
05.07.2013

RWE nimmt weltgrößtes Biomassekraftwerk vom Netz

Foto: RWE nPower

RWE npower, die britische Tochter des deutschen Energieversorgers, will die Anlage in Tilbury im Oktober vom Netz nehmen. Als Grund nennt das Unternehmen die schwierige Marktlage. Dabei wollte RWE aus der einstigen Kohleanlage eigentlich ein grünes Kraftwerk machen.

Der Energiekonzern RWE hatte 2008 entschieden, das Kohlekraftwerk Tilbury im Jahr 2015 vom Netz zu nehmen. Zwei Jahre später begann das Unternehmen damit, die Anlage auf den Betrieb mit Biomasse, vor allem Holzpellets, umzustellen. Mit einer Leistung von 750 Megawatt war Tilbury die größte Biomasseanlage der Welt.

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Nach Angaben des Energieversorgers bewährte sich das Kraftwerk sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Im vergangenen Jahr begann die britische RWE-Tochter die Anlage zu modernisieren. Im Februar 2013 sorgte allerdings ein Brand in einem Lager für Holzpellets dafür, dass die gesamte Anlage ihren Betrieb vorübergehend einstellen musste.  

Nun kündigte die britische Tochter des Energieversorgers an, die Arbeiten am Kraftwerk beenden zu wollen. Ende Oktober soll die Anlage vom Netz gehen. Laut eigener Aussage will das Unternehmen aber weitere Optionen prüfen. Roger Miesen, Technik-Vorstand bei RWE Generation in Großbritannien, betonte, die Entscheidung zum Aus des Biomasseprojektes Tilbury sei nicht leicht gefallen. RWE sei weiter davon überzeugt, dass Biomasse in Zukunft eine Rolle in der Stromerzeugung spielen werde.

Marktsituation

Zu den genauen Ursachen für das Ende, äußerte sich Miesen nicht. Ein Sprecher des Betreibers RWE npower führte auf Nachfrage von BIZZ energy today generelle Marktbedingungen“ als Grund an. Ein auskömmlicher Betrieb sei unter den zu erwartenden Strompreisen nicht möglich. Generell stünden derzeit alle Investitionen des Unternehmens auf dem Prüfstand. Der Sprecher bestätigte, dass auch die Situation des Mutterkonzerns RWE in Deutschland eine Rolle spielte. Das Unternehmen kämpft immer noch mit den finanziellen Folgen des Atomausstiegs.

Auch die noch wenig konkreten Pläne der britischen Regierung zur Reform des Energiemarktes, hätten zu dem Beschluss beigetragen, so der Sprecher. Er betonte aber, der Standort Tilbury sei für das Unternehmen wegen seiner guten Lage an der Themse weiterhin interessant. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Anlage zu einem späteren Zeitpunkt wieder den Betrieb aufnehmen werde.

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
RWE | Tilbury | Großbritannien | Biomasse | Maschinen- und Anlagenbau
Ressorts:
Finance

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