RWE
14.11.2013

RWE streicht noch mehr Stellen

Der Essener Energiekonzern RWE möchte 6.750 weitere Stellen kappen. Die Bilanz für die ersten drei Quartale 2013 zeigt sich nach außen hin zwar stabil. Eine Rückzahlung aus Russland täuscht jedoch über den Abwärtstrend hinweg.

Der RWE-Konzern möchte bis 2016 von den derzeit rund 67.250 Stellen weitere 6.750 abbauen. Das verlautete aus Konzernkreisen am Donnerstag, an dem RWE auch seinen Quartalsbericht vorlegte. 4.750 Stellen werden davon in Deutschland gestrichen. Der Konzern möchte in den kommenden vier Jahren eine weitere Milliarde Euro zusätzlich zu den bisherigen Sparprogrammen einsparen.

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„Allgemeine Kostensteigerungen gegengerechnet, versprechen wir uns von den zusätzlichen Effizienzmaßnahmen ein Ergebnispotenzial von mindestens 500 Mio. Euro, das ab 2017 in voller Höhe und nachhaltig zum Tragen kommt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Peter Terium.

Treffen wird der Personalabbau laut Medienberichten die Kraftwerks- (2300 Stellen) und die Erneuerbaren-Sparte (250 Stellen). Durch den geplanten Verkauf der Ölfördertochter DEA sollen 1.400 Stellen abgegeben, weitere 2.400 Stellen durch effizientere Strukturen Sparprogramm „RWE 2015“ eingespart werden. RWE hatte bereits seit 2011 rund 6.200 Arbeitsplätze abgebaut oder durch Verkauf abgegeben.

Rückzahlung rettet Bilanz

In der Bilanz setzt sich der Abwärtstrend beim Essener Konzern weiter fort, auch wenn in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres die Zahlen relativ konstant blieben. Das betriebliche Ergebnis lag mit 4,6 Milliarden Euro 0,4 Prozent über dem Vorjahr, der nachhaltige Konzernüberschuss bei 1,9 Milliarden Euro ebenfalls auf Vorjahresniveau. Die stabile Entwicklung sei jedoch allein den revidierten Verträgen mit Gazprom geschuldet, gesteht der Konzern ein. In die Bilanz floss in den ersten neun Monaten eine Rückzahlung des russischen Gasriesen von rund einer Milliarde Euro. Immer mehr konventionellen Kraftwerke des Konzerns schreiben Miese aufgrund der zunehmenden Konkurrenz der erneuerbaren Energien. Wegen des erhöhten Gasbedarfs im ungewöhnlich kalten Winter stieg der Umsatz des Konzerns um vier Prozent auf 39,9 Milliarden Euro.

Der Vorstand hält indessen an der Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2013 fest, mit einem betrieblichen Ergebnis von 5,9 Milliarden Euro und einem nachhaltigen Nettoergebnis von 2,4 Milliarden Euro. Danach sieht die Zukunft für den Konzern erst einmal düster aus. „Die verringerte Ertragskraft des Konzerns – vor allem in der konventionellen Stromerzeugung – wird 2014 zu einem deutlichen Ergebnisrückgang führen“, heißt es von dem Unternehmen. Für 2014 rechnet der Vorstand nur noch mit einem betrieblichen Ergebnis von maximal 4,9 Milliarden Euro, 20 Prozent weniger als 2013.

Daniel Seeger
Keywords:
RWE | Quartalszahlen | Eon | Atomausstieg
Ressorts:
Finance | Markets

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