Digitalisierung
05.12.2017

Schweizer Stadtwerke verketten sich mit der Blockchain

Foto: iStock/donlucius
Die Blockchain besteht aus untereinander veketteten Datenblöcken.

Sechs Schweizer Stadtwerke kooperieren bei der Nutzung der Blockchain. Auch in Deutschland gewinnt die Technologie im Energiesektor weiter an Bedeutung.

Im kommenden Jahr wollen die sechs eidgenössischen Energieversorger erste Pilotprojekte umzusetzen. Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen eines globalen Netzwerks mit der Stiftung Energy Web Foundation (EWF).

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Services Industriels de Lausanne, SIG Services Industriels de Genève, IWB Industrielle Werke Basel, Energie Wasser Bern, IBAara u AG und die St.Galler Stadtwerke erhoffen sich von der Blockchain-Technologie neue Geschäftsfelder. Die Transaktionskosten im Energiebereich wollen sie senken und möglichst viele Marktteilnehmern einbinden. Grundlage bildet die Blockchain-Infrastruktur der EWF, die derzeit aufgesetzt wird. Mit ihr können Stadtwerke-spezifische Anwendungen auf der Basis von in der Blockchain hinterlegten Smart Contracts entwickelt werden. Smart Contracts sind Protokolle, die Verträge abbilden und überprüfen. Mit der Blockchain kann beispielsweise die zeitgleiche Produktion und Nutzung der Energie aus einer Quelle einfach abgebildet werden.

Ein Hype mit Potenzial

„Natürlich ist die Blockchain derzeit ein Hype-Thema, aber sie wird auch die nächste Generation des Internets sein“, sagt Ronny Kaufmann, Geschäftsführer von Swisspower. Kern der Blockchain-Technologie ist ein dezentrales Computernetz, das alle Transaktionen sammelt und in Blöcken bündelt. Das Ergebnis ist eine stetig wachsende Kette aus Datenblöcken, die die Teilnehmer des Netzwerks prüfen und dokumentieren.

Es gebe rund 200 konkrete Fälle, die in der Energiewirtschaft zur Anwendung kommen können, sagt Kaufmann. „Die Blockchain wird darum auch die Art und Weise, wie zukünftig Energie erzeugt und vertrieben wird, erheblich beeinflussen.“  Die Swisspower mit Sitz in Zürich verbindet 22 Schweizer Stadtwerke, darunter die an dem Projekt beteiligten Unternehmen.

Schweiz ist Blockchain-Vorreiter

Auf die rasche Anwendung der Blockchain Technologie im Energiesektor konzentriert sich die globale Nonprofit-Organisation Energy Web Foundation mit Sitz in Zug. Sie etabliert derzeit eine auf die Bedürfnisse der Branche abgestimmt Blockchain-Plattform.

Die Schweiz gilt gemeinhin als sehr offen gegenüber der Blockchain-Technologie. Im sogenannten „Crypto-Valley“ rund um Zug sitzen viele Start-up-Unternehmen, die sich mit der Blockchain befassen. Doch auch in Deutschland erkennt die Energiebranche zunehmend das Potenzial der Technologie. So haben beispielsweise die Wuppertaler Stadtwerke kürzlich einen Blockchain-basierten Handelsplatz in Betrieb genommen.

Nach einer Umfrage der European School of Management and Technology (ESMT) Berlin und des Startups Grid Singularity wird die Blockchain-Technologie im Energiesektor weiter an Bedeutung gewinnen. Befragt wurden 500 Teilnehmer der „Event Horizon 2017“, einer globalen Konferenz zum Thema Blockchain im Energiebereich. Etwa 80 Prozent der Teilnehmer erwarten, dass Blockchain-basierte Geschäftsmodelle in den nächsten ein bis drei Jahren realisiert werden.

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Carsten Kloth
Keywords:
Blockchain | Stadtwerke
Ressorts:
Technology

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