Solarenergie
18.10.2016

Second Life für Solarmodule

Foto: istock.com / schwalm
Hagelschlag ist eine der häufigsten Schadensursachen bei PV-Modulen.

Was bei Akkus von Elektroautos inzwischen üblich ist, soll es bald auch für PV-Anlagen geben: Forscher wollen die Lebensdauer durch Recycling verdoppeln.

 

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Wertvolle Solarmodule finden nach ihrer circa 25-jährigen Laufzeit bisher ein trostloses Ende: Sie werden in ihre Bestandteile zerlegt und die Komponenten eingeschmolzen, um daraus neues Glas oder Metall zu gewinnen. Die Funktion der Technik geht verloren. Experten sprechen deshalb nicht von Recycling, sondern von Downcycling. Gießener Wissenschaftler arbeiten nun daran, ausgemusterte Solarmodule so weit zu reparieren, dass sie weiter genutzt werden können. „Hoffentlich für weitere 20 Jahre“, sagt Projektleiter Harald Weigand, Professor für Abfallwirtschaft an der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Das Team im Projekt PV-Rec entwickelt zunächst eine Diagnosematrix, mit der wiederverwendbare von schrottreifen Modulen unterschieden werden. Dabei werden einzelne Reparaturschritte definiert, erklärt Weigand. Bei manchen Modulen müssen möglicherweise nur einige Kontakte wiederhergestellt oder die Front-Scheibe ausgetauscht werden. Bei anderen kann es nötig sein, kaputte Wafer durch funktionsfähige auszutauschen, die aus anderen Modulen gewonnen werden.

Weigand schätzt, dass bis zu 60 Prozent des Materials in neuen Anlagen wiederverwendet werden kann. Der Rest müsste dann weiter in konventionellen Verfahren eingeschmolzen werden. Im Lauf des bis Mitte 2018 dauernden Forschungsprojektes soll eine Testanlage aus recycelten Komponenten auf dem Gelände des Abfallbetriebes des Landkreises Lahn-Dill installiert werden. Die Messergebnisse sollen Aufschluss darüber liefern, wie leistungsfähig die neuen, alten Module noch sind.

Manuel Berkel
Keywords:
Photovoltaik | Solarmodule | Recycling
Ressorts:

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