Kuba
18.07.2016

Siemens bahnt Investitionen in Kuba an

Foto: Wikipedia / Hannes Grobe / CC BY-SA 2.5
Aus Zuckerrohr-Abfällen will Kuba Energie gewinnen.

Das sozialistische Kuba modernisiert seine marode Energieinfrastruktur. Siemens hat dafür nun eine Absichtserklärung mit dem staatlichen Versorger UNE unterzeichnet.

 

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Das Memorandum of Unterstanding beziehe sich auf die Modernisierung und den Neubau von Erzeugungsanlagen und Netzen, teilte Siemens am Montag mit. Unterzeichner sind neben Siemens das staatliche Energie- und Bergbauministerium der sozialistisch regierten Insel sowie die staatliche Energiegesellschaft Unión Eléctrica (UNE). In den vergangenen Monaten habe Siemens das Staatsunternehmen bereits dabei unterstützt, ein Energiekonzept für das Land zu entwickeln.

Deutsche Energieunternehmen stehen zurzeit Schlange, um in Kuba zu investieren. Anfang Januar war Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit einer großen Delegation in die Karibik gereist. Im September veranstaltet die Deutsch-Regionale Industrie- und Handelskammer für Zentralamerika und die Karibik eine Geschäftsreise speziell zu Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Am 21. Juni gibt es dazu einen Informationstag in Frankfurt. 

Kuba deckt zurzeit über 95 Prozent seines Energiebedarfs aus fossilen Quellen, hauptsächlich landeseigenem Erdgas sowie Öl aus Venezuela. Strom kommt vor allem aus Dieselgeneratoren. Raffinerien und Kraftwerke stammen größtenteils aus den 50er- und 60er-Jahren.

 

Strom und Wärme aus Zuckerrohr

Mitte 2014 hatte die sozialistische Regierung den Plan ausgerufen, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2030 von knapp 5 auf 24 Prozent zu steigern. Außerdem soll die Stromerzeugung von 19 auf 30 Terrawattstunden erhöht werden.

Zugpferd soll anders als in Deutschland die Biomasse sein, weil Kuba seine Abfälle aus dem Zuckerrohranbau verwerten möchte. Bis 2030 sind im Stromsektor 755 Megawatt (MW) geplant und im Wärmebereich 800 MW.

Zweite Säule wird die Solarenergie mit einem Ziel von 700 MW für die photovoltaische Stromerzeugung und 100.000 Quadratmetern an Solarkollektoren für die Wärmegewinnung. Für Windenergie sind bis 2030 rund 600 MW angepeilt.

 

Schwaches Stromnetz, intransparente Vergaben

Probleme bereitet Investoren noch das schwache Stromnetz. Es kann die Energie aus Großkraftwerken kaum aufnehmen, auf die die sozialistische Regierung setzt. So ist als Leuchtturmprojekt ein Solarpark mit 100 MW geplant, für den der Standort aber immer noch nicht feststeht.

Die Aufträge werden außerdem nicht in öffentlichen Ausschreibungen vergeben. Über Anträge von Investoren entscheiden stattdessen mehrere Regierungsstellen, darunter die Ministerien für Energie und Außenhandel sowie der Staats- und der Ministerrat. 

Manuel Berkel
Keywords:
Kuba | Venezuela | Windenergie | Photovoltaik | Solarthermie | Biomasse
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