Kraftwerke
17.11.2017

Ob mit Windkraft oder ohne: Siemens steckt in der Klemme

Foto: Creative Commons/Siemens
Montage einer Dampfturbine von Siemens. Die Kraftwerkssparte des Konzerns muss stellen abbauen.

Die klassische Kraftwerkssparte des Siemens-Konzerns leidet unter dem Vormarsch der erneuerbaren Energien. Aber auch die Windenergie-Tochter Siemens Gamesa baut kräftig Jobs ab.

Siemens-Chef Joe Kaeser hat ein Problem mit seinen Turbinen zur Stromerzeugung, ganz gleich ob diese von Wind oder fossilen Brennstoffen wie Erdgas angetrieben werden. Der börsennotierte Windenergieanlagenbauer Siemens Gamesa, an dem Siemens mit 59 Prozent beteiligt ist, kündigte am 7. November die Streichung von 6000 Stellen an. Keine zehn Tage später hat Kaeser nun mitgeteilt, der Konzern werde auch in seiner traditionelle Kraftwerks- und Turbinensparte weltweit 6900 Stellen streichen, die Hälfte davon in Deutschland.

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Die Begründungen sind jedoch durchaus widersprüchlich: „Der Ausbau und die Innovationskraft erneuerbarer Energien setzen andere Formen der Energieerzeugung zunehmend unter Druck", ließ Siemens-Vorstandsmitglied Lisa Davis mitteilen. Siemens Gamesa scheint jedoch von diesem Ausbau der erneuerbaren Energien wenig zu profitieren, sondern erklärte seinerseits die Stellenstreichungen im Windenergiesektor mit dem Preisdruck, der auf Windenergieanlagen laste.

Aktienkurs halbiert

Der Aktienkurs von Siemens Gamesa hat sich jedenfalls innerhalb von sechs Monaten halbiert von knapp über 20 Euro auf zehn Euro. Damit haben Siemens-Gamesa-Aktien sogar deutlich stärker nachgegeben als jene der Konkurrenten Vestas und Nordex.

Gemessen an der Mitarbeiterzahl treffen die Stellenkürzungen Siemens Gamesa jedoch stärker: Der Windradbauer zählt insgesamt 27.000 Mitarbeiter, die bei der Muttergesellschaft Siemens betroffene Kraftwerkssparte dagegen knapp 47.000 und der Siemens Geschäftsbereich Prozessindustrie und Antriebe knapp 45.000.

Die Queen zu Besuch

Ob bei Siemens Gamesa der britischen Standort Hull betroffen ist, war bei dem Unternehmen nicht zu erfahren. Wahrscheinlich sollte der königliche Empfang am 16. November nicht durch Negativnachrichten getrübt werden. Queen Elizabeth II. ließ sich nämlich an diesem Tag von Siemens Gamesa-Chef Markus Tacke und vom angereisten Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser die dortige die Flügelfertigung für Offshore-Windenergieanlagen erläutern.

Lesen Sie auch: Siemens Gamesa geht in der Türkei aufs Ganze

Thomas Bauer
Keywords:
Windenergie | Kraftwerke | erneuerbare Energien
Ressorts:
Markets

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