Photovoltaik
19.06.2019

Solarbranche sieht Licht am Ende des Tunnels

Foto: iStock
Glänzende Aussichten: Die Bedeutung der Solarernergie für die Energiewende wächst.

Niedrige Kosten, schneller Ausbau: Für die Photovoltaik geht es aufwärts. Manch einer prognostiziert gar einen neuen Solarboom. Doch noch gibt es politische Hindernisse.

vorherige SeiteSeite 1Seite 2

Eine ähnliche Sichtweise vertritt naturgemäß sein Verbandschef: „Wir erwarten eine baldige gesetzliche Fixierung deutlich höherer Ausbauziele und die Beseitigung überkommener Marktbarrieren“, so Körnig. Solaranlagen zählten zu den wichtigsten Klimaschutz-Technologien und die Photovoltaik stehe in ersten Marktsegmenten bereits auf der Schwelle zur Unabhängigkeit von staatlicher Förderung. „Bei der Errichtung neuer Kraftwerkskapazitäten ist Photovoltaik bei Akzeptanz, Ausbaugeschwindigkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis inzwischen unschlagbar“, sagte Körnig zur Fachmesse „Smarter E Europe“ im Mai.

Anzeige

Anzeige

Unterstützung bekommen die Branchenvertreter derweil aus der Wissenschaft:  Dramatische Kostensenkungen und der rasante Ausbau der Produktionskapazitäten machten die Photovoltaik zu einem „Game Changer“ des globalen Energiesystems, schreiben führende internationale Photovoltaik-Forscher rund um die Global Alliance for Solar Energy Research Institutes. Diese besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, dem National Institute of Advanced Industrial Science and Technology AIST (Japan) und dem National Renewable Energy Laboratory NREL (USA).

Politik steht auf der Bremse

Das Wachstum der PV-Branche zu einem Multi-Terawatt-Markt verlaufe schneller als erwartet, so die Experten. Während Ende 2018 weltweit 500 Gigawatt Photovoltaikleistung installiert waren, werde für 2030 mit 10 Terawatt und für 2050 mit 30 bis 70 Terawatt gerechnet. „Die Kosten für PV-Module sind in den letzten 40 Jahren um zwei Größenordnungen gesunken. Dadurch sanken die Stromgestehungskosten für Solarstrom – im Gegensatz zu konventionellen Energiequellen – und in weiten Teilen der Welt ist er absolut wettbewerbsfähig“, sagt Andreas Bett, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE.

Detlef Neuhaus
Detlef Neuhaus ist Geschäftsführer und Mitgesellschafter der Solarwatt GmbH in Dresden.
Foto: Solarwatt
Doch noch wird die Branche Solarwatt-Chef Neuhaus zufolge ausgebremst – sowohl durch die nationale als auch durch die globale Politik. „Im internationalen Handel sind wir Spielball“, sagt er in Hinblick auf die von der US-Regierung ausgelösten Handelsstreitigkeiten mit China. „Andererseits sehen wir, dass viele Länder das Thema regenerative Energien mit mehr Priorität besetzen, als wir das tun.“ Das erkenne man an prozentualen Zubauzahlen und am Arbeitsplatzaufbau in China, den USA, Indien und Europa insgesamt. „Überall sind hunderttausende Arbeitsplätze geschaffen worden. Nur in Deutschland wurde abgebaut.“

Für sein Unternehmen ist er optimistisch: „Wir schauen innerhalb einer schwierigen Branche mit vielen Haifischen positiv in die Zukunft.“ Hilfreich sei auch, dass das Thema Klimaschutz in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei und die Jugend Druck mache. Für die Politik gebe es viel zu tun. Dabei gehe es ihm aber nicht um eine generelle Förderung der Solarindustrie, sondern um Förderung für den Endkunden als Signal für das richtige Handeln: „Man kann doch keinem erklären, warum es für Ölkessel noch staatliche Beihilfen gibt“, so Neuhaus.

Lesen Sie auch: Solarbranche fordert CO2-Preis

Lesen Sie auch: Deutsche Solarindustrie - Es gibt Leben in der Nische

Carsten Kloth
vorherige SeiteSeite 1Seite 2
Keywords:
Photovoltaik | Solarenergie
Ressorts:
Markets

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen