Finanzinvestoren
08.01.2014

Solarindustrie am Scheideweg

Depositphotos.com

Einbruch beim Wagniskapital: 2013 floss weltweit 40 Prozent weniger Venture Capital in die Solarindustrie als 2012, wie eine aktuelle Marktstudie zeigt. Zwar steigen die Investitionen in der Branche wieder, dennoch kämpfen viele Unternehmen ums Überleben.

2013 floss weltweit 40 Prozent weniger Risikokapital in die Solarindustrie als noch im Jahr zuvor. Das ergab die aktuelle Untersuchung des texanischen Marktforschungsunternehmens Mercom Capital. In insgesamt 97 Deals beteiligten sich die Kapitalgeber nur noch mit 600 Millionen US-Dollar, nach knapp einer Milliarde im Jahr zuvor. 

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Das meiste Risikokapital weltweit erhielten der chinesische Projektierer Hefei Golden Sun Technology (69 Millionen Dollar), gefolgt vom Projektfinanzierer Clean Power Finance (62 Millionen) in San Francisco und dem ebenfalls kalifornischen Modulbauer Solexel (55 Millionen). Größter Investor mit insgesamt drei Risikobeteiligungen war Kaliforniens Kapitalgesellschaft New Enterprise Associates. 

Investitionen steigen

Trotz des Rückgangs stiegen die Investitionen in die Solarindustrie insgesamt um ein Viertel, von acht auf zehn Milliarden US-Dollar. „Die Finanzierungen am öffentlichen Markt waren wirklich stark im Jahr 2013“, sagt Raj Prabhu, CEO von Mercom Capital. Höhere Bewertungen von börsennotierten Solarunternehmen hätten den Kapitalmarkt wieder geöffnet. „Die Börsengänge sind zurück“, konstatiert Prabhu. Sieben Börsengänge zählten die Analysten im vergangenen Jahr, die Unternehmen sammelten dabei insgesamt über eine Milliarde Euro ein. 

Auch die Finanzierung großer Solarprojekte nahm im vergangenen Jahr zu, von 8,7 Milliarden Dollar 2012 auf 13,6 Milliarden. Neben den Top-Investoren Kasikornbank (15 Projekte) und der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ (10 Projekte) ist beispielsweise auch die deutsche Förderbank KfW mit insgesamt 900 Millionen Dollar Geldgeber bei zwei Solarthermieprojekten in Marokko. 

Besonders erfolgreich beim Geld-Einsammeln waren im vergangenen Jahr Downstream-Solarunternehmen, die über ein Leasing-Modell Aufdach-Anlagen auf Wohnhäusern und Firmengebäuden installieren. 3,34 Milliarden Dollar konnten Unternehmen wie Vivint Solar, Solarcity, Sunrun, Sunpower, and Sunedison dafür auf dem Kapitalmarkt einsammeln, fast 70 Prozent mehr als 2012.   

Konsolidierung setzt sich fort

Deutlich zu nahmen die Übernahmen und Fusionen von Unternehmen. Mercom zählte 2013 weltweit 81 Geschäfte im Wert von 12,7 Milliarden Dollar. Im Jahr zuvor lag das Geschäftsvolumen in diesem Bereich nur bei etwa der Hälfte. Zu den spektakulärsten Deals gehörte die Fusion der Halbleiter-Spezialisten Tokyo Electron und Applied Materials für 9,4 Milliarden Dollar, der Kauf des US-Wechselrichterherstellers Power-One durch den Schweizer Industriekonzern ABB für eine Milliarde Dollar und die Übernahme des früheren chinesischen Branchenprimus Suntech durch den heimischen Konkurrenten Shungfeng für 489 Millionen Dollar.

Insgesamt hat Mercom Capital im vergangenen Jahr 28 Photovoltaik-Unternehmen beobachtet, die Insolvenz oder ein Schutzschirmverfahren beantragt haben.

 
 
Daniel Seeger
Keywords:
Photovoltaik | Solarmarkt | Solarindustrie | Mercom Capital | Venture Capital | Banken und Finanzinvestoren
Ressorts:
Finance | Markets

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