BIZZ-Exklusiv
22.10.2014

Sollte der Staat die Endlagerung des Atommülls übernehmen?

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So lautet im Oktober die Frage des Monats von BIZZ energy today. Geantwortet haben hochkarätige Experten. Wir veröffentlichen täglich eine Antwort. Heute: Stephan Kohler, Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena).

 

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Auf diese Frage gibt es eine klare Antwort, nämlich nein. Ein andere Frage ist, ob die Rückstellungen der Energieversorgungsunternehmen für die Stilllegung der Atomkraftwerke und die Sicherstellung der Endlagerung in eine öffentliche Stiftung überführt werden sollten? Hier lautet die Antwort: ja! Die Verantwortung für den Betrieb und die Stilllegung der Anlagen müssen weiterhin klar bei den Besitzern und Betreibern liegen.

Die Stiftung hätte die Aufgabe, die entsprechenden Vorhaben und Arbeiten der Unternehmen zu finanzieren. Damit könnten Synergieeffekte und Kosteneinsparungen erzielt werden, die bei getrennten Verfahren nicht realisierbar wären. Durch die Überführung der Rückstellungen wären die Finanzmittel gesichert, die für die Durchführung der Arbeiten erforderlich sind. Denn das Ausfallrisiko bei den betreibenden Unternehmen steigt immer mehr, je deutlicher ihre Geschäftsfelder durch die Energiewende beeinträchtigt werden.

Ein gutes Vorbild für ein Stiftungsmodell ist die Kohlestiftung, die die Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben übernommen hat, ohne sie selbst zu erledigen. Eine ernsthafte Diskussion über ein Stiftungsmodell ist sehr sinnvoll, ohne damit die Unternehmen aus ihrer Verantwortung zu entlassen.

Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung Deutsche Energie-Agentur (Dena)

Keywords:
Dena | Stephan Kohler | BIZZ-Exklusiv | Frage des Monats
Ressorts:
Governance | Community

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