Energiewende
14.10.2016

Steigende EEG-Umlage sorgt für Unmut

Die Übertragungsnetzbetreiber verkünden: Die EEG-Umlage steigt auf 6,88 Cent. Verbände und Politik äußern Unzufriedenheit.

Die Übertragungsnetzbetreiber haben die Höhe der EEG-Umlage ab Januar 2017 bekanntgegeben: Sie steigt gegenüber dem Vorjahr um etwa einen halben Cent von 6,35 auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Eine Vorlage für viele Verbände und Parteien, die  sich umgehend mit Kritik und Verbesserungsvorschlägen zu Wort meldeten. 

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Die Netzbetreiber erklären ihre Berechnungen mit dem steigenden prognostizierten Grünstromanteil, vor allem durch Windkraft-Ausbau, und dem gesunkenen Börsenstrompreis. Dort erwarten sie um 20 Prozent geringere Erlöse als im Vorjahr.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) prangert den bisher versäumten Netzausbaus an. Dort müsse nun teuer auf Kosten der Verbraucher investiert werden. Der größte Kostentreiber sind für den Verband aber die Netzentgelte, deren Erhöhung Anfang der Woche verkündet wurde.

Der Bundesverband neue Energiewirtschaft (BNE) spricht sich für die Ausweitung der EEG-Umlage auf den Energieverbrauch im Wärme- und Verkehrssektor aus. Dadurch könne der Umlageanteil auf dem Strompreis um mehr als Hälfte sinken. Gleichzeitig würden fossile Energieträger in die Finanzierung der Energiewende mit einbezogen.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sieht zwar ebenfalls einen deutlichen Reformdruck, hält jedoch nichts von einer Umverteilung der Kosten. Stattdessen müsse ein deutlich kosteneffizienterer Netzausbau im Mittelpunkt der Überlegungen stehen. Beim Ausbau der Erneuerbaren-Anlagen sieht der BDEW die Umstellung auf Ausschreibungen als Erfolgsmodell um genau diese Preissenkungs-Effekte zu erzielen.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter nennt zwar genau wie die Netzbetreiber die sinkenden Börsenpreise als Verantwortliche für den Umlagen-Anstieg. Doch in seinen Augen zeugen diese vor allem von einem fatalen Festhalten am Kohlestrom, der die Preise drücke. Dabei würden jedoch jene Umwelt- und Sozialkosten unterschlagen, welche die Fossilen der Gesellschaft aufbürdeten.

Genau in die entgegengesetzte Richtung argumentiert Michael Fuchs, Vize-Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. "Wir haben immer gewarnt, dass sich der übermäßige Windausbau der letzten Jahre sowohl in der EEG-Umlage als auch in den Netzentgelten bemerkbar macht“, sagt er. Werde der Netzausbau nicht dramatisch beschleunigt, müsse auch der Windausbau im Norden noch viel stärker als geplant gedrosselt werden.

Tim Lüdtke
Keywords:
EEG | erneuerbare Energien | Erneuerbare | EEG-Umlage | Übertragungsnetzbetreiber | Netzausbau | Grünstrom
Ressorts:
Governance

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