Speicher
14.06.2016

Strom-zu-Gas-Anlage beweist Flexibilität

Foto: Mainova
Das Herzstück der Anlage: der Elektrolyseur.

Tests an einer Thüga-Pilotanlage zeigen: Strom zu Gas funktioniert und lässt sich als Speicher ins Stromnetz integrieren.

 

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Die Power-to-Gas-Anlage der Stadtwerkegruppe Thüga kann flexibel auf schwankende Strommengen im Netz reagieren. Das hat ein Test im Mai dieses Jahres an der Pilotanlage in Frankfurt am Main gezeigt, teilte der Stadtwerkeverband mit. Innerhalb kürzester Zeit kann die Power-to-Gas-Anlage demnach ihre Leistung an den aktuellen Strombedarf anpassen.

„Mit diesen Erkenntnissen könnte die Strom zu Gas-Technologie künftig wirtschaftlicher werden, da die möglichen Erlöse für Primärregelleistung höher sind“, sagt Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstands der Thüga Aktiengesellschaft.

Die Anlage wandelt mittels Elektrolyse überschüssigen Sonnen- und Windstrom in Wasserstoff um und speichert diesen im lokalen Gasnetz. Steigt der Strombedarf im Netz, kann die Anlage das grüne Gas wieder rückverstromen und erneut ins Netz einspeisen. Dieser Prozess erfolgt automatisch durch eine vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme entwickelte  intelligente Steuerungssoftware.

Mit dem zunehmenden Ausbau der schwankenden Erneuerbaren wächst der Bedarf an Speichern im Stromnetz. Zurzeit müssen jährlich große Mengen an überschüssigem Windstrom abgeregelt werden, um die Versorgung stabil zu halten. 
Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2013 wurden bereits eine Reihe von Tests an der Anlage durchgeführt. Ende 2015 untersuchte die Thüga, wie sich der Pilot in einer zunehmend von regenerativen Quellen geprägten Energielandschaft verhält. Dafür wurde die Anlage mit einem Wind- und Solarpark sowie einem Blockheizkraftwerk (BHKW) in einem virtuellen Smart Grid zusammengeschaltet.

Weil solche Projekte bislang allerdings noch nicht wirtschaftlich sind, bezuschusst das hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie die Europäischen Union den Frankfurter Power-to-Gas-Speicher.

Das Team plant nach der ersten Phase ein zweites Projekt, in dem aus Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid synthetisches Methan erzeugt und in das Netz eingespeist werden soll.

Redaktion
Keywords:
Thüga | Power-to-gas | Speicher | Erneuerbare | Elektrolyse | Wasserstoff
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