Strompreis
17.10.2016

Stuttgarter sparen, Frankfurter zahlen drauf

Foto: PIA Frankfurt a.M., Bernd Wittelsbach /Kontrast Fotodesign
In Frankfurt steigen die Entgelte für das Stromnetz im nächsten Jahr besonders stark.

Kostenschub für Stromkunden: Ein durchschnittlicher Haushalt wird nächstes Jahr 27 Euro mehr für die Nutzung der Netze zahlen, rechnet der Versorger Lichtblick in einer Stichprobe vor. Einige Kunden dürfen sich allerdings freuen.

 

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Durchschnittlich steigen die Kosten für den Stromtransport um zehn Prozent, teilte Lichtblick mit. Der Ökostromanbieter hatte bei 25 großen Verteilnetzbetreibern untersucht, um wie viel sie ihre Entgelte für das kommende Jahr erhöhen. Damit steigt nach der EEG-Umlage ein weiterer großer Kostenblock des Strompreises. Beide haben einen Anteil von etwa einem Fünftel an der Elektrizitätsrechnung eines Haushalts.

Repräsentativ ist die Erhebung nicht. Insgesamt gibt es 881 Verteilnetzbetreiber in Deutschland, von denen viele allerdings nur wenige tausend oder zehntausend Kunden haben. Aus den Zahlen lässt sich deshalb zumindest eine Tendenz herauslesen.

Mit 65 Euro steigen die Netzentgelte nach Angaben von Lichtblick am stärksten im Netzgebiet von Eon Edis, die in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern aktiv ist. Von den Großstädten ist Frankfurt am stärksten betroffen mit einem Plus von 53 Euro. Deutliche Erhöhungen gibt es mit 45 Euro auch in Kiel und mit 33 Euro in Dresden. Die Zahlen beziehen sich auf einen Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden.

 

Regierung ruft zum Preisvergleich auf

Einige Netzbetreiber senken ihre Entgelte allerdings. In Stuttgart zahlen Kunden ab kommendem Jahr 8 Euro weniger, im übrigen Baden-Württemberg sparen Kunden der Netze BW sogar 12 Euro. Die Netzentgelte schwanken regional deshalb so stark, weil ihre Höhe von mehreren Faktoren abhängt: Dem Alter der Leitungen, der Zahl neuer Öko-Kraftwerke und der Bevölkerungsdichte. Allgemein ist der ländliche Raum deshalb von den Erhöhungen meist stärker betroffen als es Großstädte sind.

Wie sich die Stromrechnungen der Haushalte genau verändern, hängt allerdings auch davon ab, wie sich die Beschaffungskosten an der Börse entwickelt haben. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Verbraucher deshalb bereits dazu aufgerufen, Preise zu vergleichen und bei Bedarf den Stromanbieter zu wechseln.

Die Renditen der Netzbetreiber waren zuletzt wegen des niedrigen Zinsniveaus in die Kritik geraten. Die Bundesnetzagentur hat in der vergangenen Woche angekündigt, die Eigenkapitalrenditen ab 2018 von 7,1 auf 5,1 Prozent für Altanlagen und von 9 auf 6,9 Prozent für Neuanlagen zu senken.

Manuel Berkel
Keywords:
Netzausbau | Netzentgelte | Strompreis | Eon | Lichtblick
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