Stromnetzbetrieb
11.07.2012

Tennet droht Lizenzentzug

alpha ventus
Verspätet, aber dennoch: Alpha Ventus war der erste deutsche Offshore-Windpark am Netz.

Das niederländische Staatsunternehmen muss allein die nötigen Investitionen für Seesteckdosen in der Nordsee stemmen – so das Gesetz. Derzeit können sie es nicht, bescheinigt ihnen die Bundesnetzagentur.

Die Bonner Bundesnetzagentur muss nach derzeitigem Stand dem Übertragungsnetzbetreiber Tennet die Zertifizierung verweigern. „Tennet hat nicht die erforderlichen Nachweise über die notwendigen finanziellen Mittel zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Netzbetriebs- und ausbaupflichten erbracht", erklärt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Das Unternehmen habe allerdings im weiteren Verfahren die Möglichkeit, die nötige finanzielle Leistungsfähigkeit gegenüber der Bundesnetzagentur nachzuweisen, so Homann weiter.

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Vor der endgültigen Entscheidung erstellt die Bundesnetzagentur zunächst einen Entwurf und übermittelt diesen der Europäischen Kommission. Tennet habe nun vier Monate Zeit, um die finanziellen Vorraussetzungen für die Zertifizierung zu schaffen, kommentiert Netzagentursprecher Rudolf Boll gegenüber BIZZ energy today.

Hintergrund ist ein Schreiben von Tennet an das Bundeskanzleramt, das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesumweltministerium von Mitte November 2011. Das Unternehmen erklärte damals, dass „die Errichtung von Anschlussleitungen für Offshore-Windparks in der Nordsee in der bisherigen Geschwindigkeit und Form nicht länger erstrebenswert und möglich ist“. Insgesamt sind Investitionen von rund 12 Milliarden Euro nötig seien, um Windparks auf hoher See anzubinden – Tennet habe davon 6 Milliarden getätigt. Als zuständiger Netzbetreiber sind sie gesetzlich für alle Anschlüsse von Windparks in der Nordsee verantwortlich. Derzeit arbeitet das Umweltministerium daran, die Haftungsfragen für einen verspäteten Netzanschluss zu klären.

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Netzausbau | Stromnetz | Offshore
Ressorts:
Governance

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