Bilanz
19.03.2014

Tennet „größter Investor in die deutsche Energiewende“

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Der niederländische Übertragungsnetzbetreiber Tennet steigerte 2013 Ergebnis und Umsatz, aber auch die Nettoverschuldung. Mit 1,5 Milliarden Euro steckte das Unternehmen den Großteil seiner Investitionen in den Ausbau des deutschen On- und Offshore-Netzes.

Tennets Umsatz stieg im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2012 von 1,8 Milliarden auf 2,2 Milliarden Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 363 Millionen auf 620 Millionen Euro. Allein in Deutschland erzielte der niederländische Netzbetreiber ein Ebit von 437 Millionen Euro, gegenüber 234 Millionen Euro im Vorjahr. Auch der Jahresüberschuss lag mit 357 Millionen Euro höher als 2012 (180 Millionen). Allerdings stiegen die  Nettoschulden von 2,7 Milliarden auf 3,2 Milliarden Euro. 

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Tennet investierte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 1,9 Milliarden Euro 57 Millionen Euro weniger als 2012. 1,3 Milliarden Euro gingen davon in das deutsche Offshore-Netz, 174 Millionen in den Netzausbau auf dem deutschen Festland.

Die finanzielle Zukunft von Tennet sieht Finanzvorstand Otto Jager positiv: „Indem wir Beteiligungskapital von rund einer Milliarde Euro für unsere deutschen Offshore-Projekte gewinnen konnten, verfügt Tennet über eine solide Finanzbasis für sein Onshore- und Offshore-Investitionsportfolio in Deutschland.“ Dieses Kapital stammt laut Tennet von der Europäischen Investitionsbank (500 Millionen Euro), der Mitsubishi Corporation (336 Millionen Euro) und dem Fonds Copenhagen Infrastructure Partners (384 Millionen Euro) und ist meist an die Realisierung bestimmter Netzanbindungs-Projekte gekoppelt.

Elf Milliarden Euro für deutsches Stromnetz

In den kommenden zehn Jahren will Tennet 16 Milliarden Euro investieren, elf Milliarden Euro sollen in das deutsche, fünf Milliarden Euro in das holländische Stromnetz fließen. Der Netzbetreiber ist damit nach eigenem Bekunden „größter Investor in die deutsche Energiewende“. Auf dem deutschen Festland arbeitet Tennet an neuen Höchstspannungsverbindungen mit einer Länge von 500 Kilometern, „darunter einige der für die Realisierung der Energiewende wichtigsten Verbindungen“.

Insgesamt sieht Tennet-Chef Mel Kroon den europäischen Energiesektor kritisch, vor allem aufgrund der uneinheitlichen energiepolitischen Ansätze in den einzelnen Ländern. „Die manchmal drastischen, jedoch häufig zeitlich befristete Anreiz- und Beihilfsmechanismen für erneuerbare Energien“ hätten oft „ein unsicheres Investitionsklima zur Folge“. Er mahnt: „Derzeit sieht es in Europa so aus, dass die nationalen Strommärkte und Stromnetze miteinander verbunden sind, dies bei der Energiepolitik aber nicht der Fall ist.“

 

Titelbild: depositphotos

Daniel Zugehör
Keywords:
Tennet | Netzintegration | erneuerbare Energien | Stromnetz | Netzausbau | Netzanbindung | Offshore | Onshore
Ressorts:
Finance | Markets

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