Digitalisierung
29.03.2017

Teuflische Attacken

Foto: istock/anyaberkut

Cyber-Versicherungen sind in den USA bereits weit verbreitet. Jetzt wittert die Branche hierzulande lohnende Geschäfte.

Weniger als zwei Tage brauchte ein Hacker, um die Kontrolle über die Versorgung der Stadtwerke Ettlingen zu übernehmen. Allerdings wurde der Cyberangriff im April 2014 vom Stadtwerk im Landkreis Karlsruhe für eine Filmproduktion selbst beauftragt. In der Realität lockt die Digitalisierung der Wirtschaft inzwischen Verbrecher aus Ländern auf der ganzen Welt an. „Kein Tag vergeht, ohne dass Cyberkriminelle neue Opfer finden“, warnt Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbands der der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Entwicklung der Cyberkriminalität bezeichnet er als „teuflisch“.

Anzeige*

Sein Verband veröffentlichte am Dienstag Musterbedingungen für eine Cyber-Versicherung, die bei Datenklau und Betriebsunterbrechung leistet und auch die Kosten für IT-Forensiker und Krisenkommunikation übernimmt. Die Zeichen stehen auf schnellem Marktwachstum. In den USA erreichte das Prämienaufkommen für Cyber-Versicherungen 2016 bereits drei Milliarden Euro. Für Deutschland gibt es noch keine Statistik. Aber der Spaß ist teuer: Selbst für kleine Stadtwerke kostet die Basis-Absicherung jährlich deutlich über 10.000 Euro.   

Erneuerbare Energien-Anlagen bieten Angriffsflächen

Die zunehmend vernetzte Gesellschaft bietet Hackern ideale Angriffsflächen. Windkrafträder, Solarenergie- und Biogasanlagen sowie Speicher zum Beispiel sind heute oft digital miteinander verbunden. Immerhin gibt das IT-Sicherheitsgesetz einheitliche Regeln zur Prävention von Blackouts vor. Alle Betreiber kritischer Infrastrukturen, zu denen Energieversorger gehören, müssen Cyberattacken an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn melden.

Joachim Müller-Soares
Keywords:
Cyber-Sicherheit | Cyberkriminalität | Cyber-Versicherung | Stadtwerke
Ressorts:
Governance

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy September-Ausgabe 2017

Die aktuelle Ausgabe gibt es am Kiosk oder bei unserem Abonnentenservice unter (Mail:bizzenergy@pressup.de) sowie als E-Paper bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Welche Stellschrauben können Sie drehen, um Ihren Bestandswindpark zu optimieren?
Mithilfe des interaktiven Datentools von bizz energy Research sehen Sie die Effekte auf den Netto-Cashflow.


Link zum Cashflow-Rechner von bizz energy Research