Photovoltaik
05.12.2013

Toshibas neue Photovoltaik-Strategie

Der japanische Technikriese Toshiba drängt mit einem neuen Vermarktungsmodell auf den Photovoltaik-Markt in Deutschland. In einer Kooperation mit dem Immobilienkonzern Gagfah und Rentenfonds sollen Hausbewohner künftig von günstigem Solar- und Börsenstrom profitieren.

Toshiba möchte ab März kommenden Jahres in das Solargeschäft in Deutschland einsteigen, wie der japanische Technikriese jetzt bekannt gab. Gemeinsam mit dem deutschen Immobilienkonzern Gagfah wollen die Japaner dabei eine neue Vermarktungsstrategie etablieren – eine, die unabhängig von Einspeisetarifen für Solarstrom funktioniert und das regionale Netz entlasten soll.

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Toshiba wird Photovoltaik-Anlagen auf den Wohnhäuser der GAGFAH installieren, betreiben und verwalten. Finanziert wird das von einer Gruppe von Rentenfonds. Toshiba kauft dann den Strom von den Fonds und verkauft diesen an die Bewohner der Appartments zu einem Preis weiter, der unter den Tarifen der regionalen Stromversorgern liegen soll. An bewölkten Tagen und nachts kommt der Strom von der Börse. Dort will sich Toshiba entsprechende Strommengen sichern und günstig an die Mieter verkaufen. Das Unternehmen kann dabei von den günstigen Einkaufspreisen für Strom profitieren.

Der japanische Konzern will in Deutschland mit Drei-Megawatt-Anlagen für 750 Wohnungen beginnen und bis 2016 insgesamt 100 Megawatt auf Gagfah-Häuser installieren. Künftig sollen die Systeme mit stationären Batterien und Energiemanagementsystemen für den Vor-Ort-Verbrauch ergänzt werden. Toshiba gehört weltweit zu den größten Anbietern von Smart Grid-Technik.

Ein ähnliches Geschäftsmodell für Solarstrom verfolgt Solarcity in den USA. Das Start-up-Unternehmen ist damit sehr erfolgreich und bietet seinen Kunden nun auch Batteriespeicher an.

 
Daniel Seeger
Keywords:
Photovoltaik | Toshiba | Solarenergie | GAGFAH | Projektfinanzierung | Banken und Finanzinvestoren
Ressorts:
Finance | Markets

Kommentare

Endlich ein neuer Ansatz, hoffen wir, dass die Manager und Angestellten des japanische Atomkonzerns Toshiba-Westinghouse etwas dazugelernt haben.

Solarcity bietet Leasingmodelle an, nach einer gewissen Zeit geht die Anlage in den Besitz des Dacheigentümers über.
Das plant Toshiba allerdings nicht, so weit mir bekannt.

Ist das Dach erstmal belegt, dann ist die Konkurrenz, welche nächstes Jahr vielleicht den Preis unterbietet, raus aus dem Geschäft. Für Jahrzehnte.
Beim Leasing (Solarcity) ist das anders.

Wenn die Mieter/Hauseigentümer den Strom nicht haben wollen, z.B. weil die Konkurrenz billiger ist - was dann?

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