Erneuerbare Energien
22.12.2017

US-Energieministerium fördert Solar- und Windbranche

Foto: U.S. Department of Energy
Die Block island Windfarm an der Atlantikküste ist die erste kommerzielle Offshore-Anlage der USA.

Rick Perrys Behörde spendiert Millionen für die Solarforschung und ein neues Wind-Konsortium. Sein Ziel: neue Technologien entwickeln, um Kosten zu senken. Besonders die Offshore-Branche steht vor großen Herausforderungen.

Die Signale sind widersprüchlich: Einerseits schimpft US-Präsident Donald Trump seit Jahren auf Windanlagen und ist erklärter Freund der fossilen Energien. Sein Energieminister Rick Perry schlug ein Gesetz vor, das unwirtschaftliche Kohleminen und Atomkraftwerke privilegieren soll. Auf der anderen Seite hat die US-Energiebehörde (DOE) nun angekündigt, Solar-Forschungsprojekte mit insgesamt zwölf Millionen Dollar zu bezuschussen. Bereits im Juli hatte sie zudem 46 Millionen Dollar bereitgestellt, mit der sie die einst von Präsident Barack Obama angestoßene „Sunshot Initiative“ unterstützt. Deren Ziel ist, die Kosten von Solarenergie zu senken.

Anzeige*

Auch die Windindustrie kommt unter der Trump-Administration gar nicht so schlecht weg: Perrys Behörde will 18,5 Millionen Dollar spendieren, um ein Konsortium zur Offshore-Wind-Forschung zu gründen. Der „cooperative private-public innovation hub“ soll die Entwicklung von Windkraftanlagen, die Installation und Wartung sowie Lieferketten-Technologien fördern. Gesucht wird auch noch ein Administrator, der die Aktivitäten bündelt. Mit an Bord werden Vertreter der Offshore-Industrie sein, die ebenfalls Geld zuschießt.

Perry kommt aus dem Wind-Staat Texas

Die Initiative hat offenbar mit Perrys Vergangenheit als Gouverneur von Texas zu tun. Texas ist einer der Bundesstaaten mit der größten Windstromproduktion. Als Ex-Gouverneur kenne er „den Wert von Wind in unserem Energie-Portfolio“, teilt Perry mit. Er hofft, dass das Geld für die Forschung die Kosten von Offshore senken wird. Dadurch soll Windenergie in den regionalen Energiemärkten wettbewerbsfähig werden. Beim Ausbau der Offshore-Energie setzen die USA bereits auf Expertise aus Europa: Sie haben mit Dänemark eine Zusammenarbeit vereinbart, bei der es vor allem um Know-how-Transfer aus Dänemark für Offshore-Windparks geht.

In den US-Offshore-Markt ist Dynamik gekommen, seit an der Atlantikküste Ende 2016 die Block Island Wind Farm ihren Betrieb aufgenommen hat. Es ist das erste kommerzielle Offshore-Projekt des Landes, weitere solcher Anlagen sind derzeit im Bau. Allerdings steht die Industrie in den USA vor besonderen Herausforderungen: Anders als in Europa, wo die meisten Anlagen in flachem Wasser errichtet werden, befinden sich mehr als 60 Prozent der US-Windressourcen an Stellen mit mehr als 60 Metern Tiefe. Dementsprechend sind herkömmliche Fundamente, die in den Meeresgrund getrieben werden, unwirtschaftlich. Außerdem müssen die Anlagen mit Hurrikans fertig werden können. Eine Lösung könnten beispielsweise schwimmenden Offshore-Windfarmen sein, wie sie auch das Dresdner Unternehmen Gicon entwickelt. Insbesondere Schottland setzt auf solche Anlagen.

Solarstrom soll berechenbarer werden

Der Trump-Minister setzt also bei der Energieversorgung der Zukunft durchaus auch auf Erneuerbare. Bei der Finanzspitze für die Solarforschung geht es ihm darum, dass Energieversorger künftig noch mehr zur Netzstabilität beitragen. „Die Projekte werden eine kritische Lücke in unserer Forschung adressieren, nämlich genau zu wissen, wieviel Solarenergie sie an jeder beliebigen Stunde oder jedem Tag erwarten können“, sagt Perry. Dies werde mit dem zunehmenden Wachstum der Solarindustrie immer wichtiger. Das Energieministerium rechnet damit, dass die angekündigten Zuschüsse – sie werden auf acht Projekte verteilt – privatwirtschaftliche Investitionen von weiteren 2,6 Millionen Dollar anschieben werden.

 

Lesen Sie auch: Neue Riesenrotoren sollen Windparks rentabel halten

Jutta Maier
Keywords:
Windenergie | Solarenergie | erneuerbare Energien
Ressorts:
Governance | Technology | Markets

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy Dezember 2017/Januar 2018

Die aktuelle Ausgabe gibt es ab sofort am Kiosk oder bei unserem Abonnentenservice unter (Mail:bizzenergy@pressup.de) sowie als E-Paper bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Welche Stellschrauben können Sie drehen, um Ihren Bestandswindpark zu optimieren?
Mithilfe des interaktiven Datentools von bizz energy Research sehen Sie die Effekte auf den Netto-Cashflow.


Link zum Cashflow-Rechner von bizz energy Research