Klimawandel
26.07.2017

US-Streitkräfte setzen auf Renewables

Foto: USMC/Paul Greenberg
US-Soldaten setzen eine Solaranlage während eines Manövers in Afrika ein.

Amerikas Generäle fürchten den Klimawandel. Welche militärischen Einrichtungen er gefährdet, lässt der Verteidigungsausschuss des Kongresses untersuchen. Veteranen fordern mehr erneuerbare Energien.

Während US-Präsident Donald Trump unterschiedliche Signale zum Klimaschutz aussendet, hat der mächtige Streitkräfteausschuss des US-Repräsentantenhauses eine weitreichende Entscheidung dazu getroffen. Trotz der republikanischen Mehrheit folgte der Ausschuss einem Antrag des Demokraten Jim Langevin aus Rhode Island. Demnach müssen Armee, Luft- und Seestreitkräfte jeweils die zehn am stärksten vom Klimawandel der kommenden 20 Jahre betroffenen militärischen Einrichtungen auflisten. Außerdem sollen die Streitkräfte mitteilen, welche Maßnahmen in Anbetracht von Katastrophen wie Überschwemmungen, Dürren und Flächenbrände zu treffen seien.

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Langevin warnt in seinem Antrag, dass „der globale Klimawandel zu mehr Massenflucht und verschärftem Kampf um knappe Ressourcen“ führe sowie „vielerorts den Zusammenbruch der staatlichen Ordnung und damit den Nährboden für Extremismus und Terrorismus“ vorbereite. Der US-Streitkräfteausschuss („The House Armed Services Committee“) entscheidet über die Verwendung des Verteidigungsbudgets.

Militär Großabnehmer von grünem Strom

Das US-Verteidigungsministerium ist nach Google und Amazon der drittgrößte Abnehmer von Strom aus erneuerbaren Energien. Unter Trumps Amtsvorgänger Barack Obama wurden die US-Streitkräfte autorisiert, ihre Abhängigkeit von zentralen Energieversorgungseinrichtungen zu senken und Investitionen in dezentrale und erneuerbare Energien zu erhöhen.

Da der amtierende Präsident Donald Trump eine Renaissance von Öl, Kohle und Atomkraft propagiert und unklar lässt, welchen Stellenwert er den erneuerbaren Energien künftig geben wird, melden sich inzwischen Militärveteranen wie Jon Powers zu Wort. Powers nahm am Irak-Krieg teil, war unter Präsident Obama Federal Chief Sustainability Officer in Washington und gründete dann die auf erneuerbare Energien spezialisierte Finanzierungsgesellschaft CleanCapital. Powers warnt im Fachmagazin Washington Examiner davor, sich militärisch verwundbar zu machen, indem die Regierung an zentralen Kraftwerken und dem uralten Stromnetz aus den Zeiten Thomas Edisons festhalte.

Versorgungssicherheit im Angriffsfall

Laut Powers hat sich die US-Armee dieses Jahr viel Ökostrom aus Solar- und Windanlagen vertraglich gesichert, um damit den größten Inlandsstützpunkt Fort Hood mit 45.000 Soldaten zu etwa 50 Prozent versorgen zu können. "Es geht darum, dass die Basis Zugang zu Strom hat, auch wenn die Netze attackiert werden." Powers wird dabei vom Veteranenverband Operation Free unterstützt. Dessen zwei Hauptargumente lauten: Erneuerbare Energien werden bei der Versorgung der Truppe in Krisengebieten immer wichtiger – und tausende Veteranen arbeiten inzwischen in der Renewables-Industrie.

Keywords:
USA | Militär | Versorgungssicherheit | Klimawandel | US-Repräsentantenhaus
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