Strom- und Gasmarkt
19.02.2013

Zu wenig wechselwillige Kunden

Während Strompreise an der Börse sinken, steigen sie für Haushaltskunden. Trotzdem wechseln noch zu wenige Kunden ihren Anbieter.

Etwa 40 Prozent der Verbraucher verharren bei ihrem lokalen, meist teuren Grundversorger. Laut des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV) ist die Angst vor unseriösen Anbietern ein Grund dafür. „Selbst wenn die Insolvenzgefahr eines Anbieters bereits bekannt ist, werden Neukunden mit Dumpingpreisen gelockt und zur Vorkasse verpflichtet“, kritisiert VZBV-Vorstand Gerd Billen. Kunden bräuchten mehr Transparenz, schwarze Schafe müssten klar benannt und vom Markt ausgeschlossen werden, fordert der Verbraucherschützer. Im letzten Jahr hatte der Discount-Stromanbieter Teldafax Insolvenz anmelden müssen.

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Aus Sicht der Bundesnetzagentur sind die Bedingungen für einen Anbieterwechsel derzeit so gut wie noch nie. Die Wechselprozesse seien inzwischen standarisiert.

25 bis 40 Netzbetreiber sind genug

Für die Verteilnetze fordern die Verbraucherschützer eine verschärfte Regulierung mit erhöhten Effizienzanforderungen. Zudem solle die sogennate De-minimis-Regel abgeschafft werden, die kleinere Netzbetreiber vor hohen Effizienzanforderungen schützt. Die Verbraucherschützer setzen auf eine geringere Zahl von Betreibern. „Ausreichend sind 25 bis 40 regionale Netzbetreiber, denen gleichzeitig die Systemverantwortung für ihr Gebiet übertragen wird", sagt VZBV-Chef Gerd Billen. Der Verband erhofft sich davon Einsparungen in Milliardenhöhe und damit sinkende Netzentgelte für die Verbraucher.

 

nhp
Keywords:
Gerd Billen | Jochen Homann | Netzagentur | Wettbewerb | Strompreise | De-minimis-Regel
Ressorts:
Markets

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