Frage des Monats
14.10.2015

„Andernfalls droht Steuerzahlern eine sehr teure Lektion“

foto: Greenpeace
Brigitte Behrens.

„Müssen die Atomrückstellungen in öffentliche Hand?", lautet im Oktober die Frage des Monats von BIZZ energy today. Prominente Energieexperten haben geantwortet.
Lesen Sie hier die Antwort von Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens.

 

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Diese Frage muss mit Ja beantworten, wer auch nur einen Funken Gerechtigkeitssinn besitzt. 38 Milliarden Euro, die die vier Atomkonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall als Rückstellungen in ihren Büchern stehen haben, müssen in einem öffentlichen Fonds gesichert werden. Ansonsten droht die Allgemeinheit auf den Kosten des Atomausstiegs sitzen zu bleiben. Das wäre ein Skandal, nachdem genau diese vier Konzerne jahrelang Milliarden mit dreckigem Atomstrom verdient haben. Vehement haben die großen Energieversorger den Atomausstieg und den Einsatz erneuerbarer Energien ignoriert, oft sogar aktiv bekämpft. In Wind und Sonne haben sie trotz klarer politischer Signale kaum investiert. Im vergangenen Jahr, 14 Jahre nach der Einführung des Erneuerbare Energien Gesetzes, produzierten die vier großen Stromkonzerne nicht einmal zehn Prozent der in Deutschland erzeugten Regenerativen. Die Geschäftsberichte sind katastrophal, die Aussichten düster. Insolvenzen sind nicht mehr auszuschließen. Bevor auch die Atomrückstellungen in der selbstverschuldeten Abwärtsspirale verschwinden, muss der Staat sie sichern. Andernfalls droht den deutschen Steuerzahlern eine weitere und sehr teure Lektion darin, wie Gewinne privatisiert und Kosten sozialisiert werden.

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Brigitte Behrens
Keywords:
Atomausstieg | Frage des Monats | Greenpeace | Rückbau | Endlager | Eon | EnBW | Vattenfall | Steuerzahler
Ressorts:
Governance | Markets

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