BIZZ-Exklusiv
30.01.2013

„Batteriekosten werden sich halbieren“

Foto: IFA, Topteaser BMW

Automobilwissenschaftler Willi Diez spricht im Interview mit BIZZ energy today über die Hürden für Elektroautos, die Chancen deutscher Hersteller und sinkende Batteriepreise

BIZZ energ today: Herr Professor Diez, was erwarten Sie bei der Elektromobilität in diesem Jahr?

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Willi Diez: Das Thema wird an Fahrt gewinnen. Große deutsche Hersteller kommen mit eigenen Fahrzeugen auf den Markt, die größte Rolle werden die neuen BMW i-Modelle spielen. Ich glaube aber nicht, dass sich dies schon in den Absatzzahlen bemerkbar macht. Denn die Fahrzeuge kommen ja erst in der zweiten Jahreshälfte 2013.
 
BIZZ e. t.: Zuletzt machte sich beim Thema Elektromobilität Ernüchterung breit. Es wurden kaum Fahrzeuge verkauft.
 
Diez: Die Erwartungen waren auch zum Teil übertrieben. Vor zwei Jahren wurde die Elektromobilität überall hochgejubelt. Weil es dann etwas länger gedauert hat, riefen einige schon wieder das Ende aus. Das ist falsch. Es ist eine langfristige Entwicklung. Das Elektroauto braucht eine Weile, bis es technisch und wirtschaftlich konkurrenzfähig ist.
 
BIZZ e. t.: Wo sehen Sie die größten Hürden?
 
Diez: Auf absehbare Zeit bleibt die Reichweite die größte Hürde. Mit der aktuell verfügbaren Batterietechnik werden sie nicht weiter als 200 bis 250 Kilometer fahren können. Die Batterien würden sonst einfach zu groß und zu schwer.
 
BIZZ e. t.: Ein Problem sind auch die nach wie vor hohen Batteriepreise. Wann werden diese sinken?
 
Diez: Ich rechne damit, dass sich die Batteriekosten bis zum Jahr 2020 mindestens halbieren. Dann haben wir eine Kostengleichheit zum Benzinmotor. Denn der gesamte Antriebsstrang ist beim Elektroauto ja deutlich einfacher und günstiger als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.
 
BIZZ e. t.: Welche Rolle wird Europa bei der Batterieproduktion für E-Autos spielen?
 
Diez: Ich gehe davon aus, dass mittelfristig auch in Europa Batterien hergestellt werden. Der Markt wird groß genug sein für mindestens zwei oder drei Produktionsstandorte.
 
BIZZ e. t.: Wie sind die deutschen Hersteller beim Thema Elektromobilität aufgestellt?
 
Diez: Noch dominieren die japanischen Firmen, auch Renault und GM stehen gut da. Das Rennen ist aber noch nicht entschieden. BMW ist der erste Hersteller, der ein E-Fahrzeug von Grund auf neu konzipiert hat. Die gesamte Fahrzeugarchitektur der i-Modelle ist auf den Elektroantrieb ausgelegt. Das ist die Zukunft. Damit hat BMW die Nase weit vorn.
 
Willi Diez ist Professor a

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strong>BIZZ energ today: Herr Professor Diez, was erwarten Sie bei der Elektromobilität in diesem Jahr?

Willi Diez: Das Thema wird an Fahrt gewinnen. Große deutsche Hersteller kommen mit eigenen Fahrzeugen auf den Markt, die größte Rolle werden die neuen BMW i-Modelle spielen. Ich glaube aber nicht, dass sich dies schon in den Absatzzahlen bemerkbar macht. Denn die Fahrzeuge kommen ja erst in der zweiten Jahreshälfte 2013.
 
BIZZ e. t.: Zuletzt machte sich beim Thema Elektromobilität Ernüchterung breit. Es wurden kaum Fahrzeuge verkauft.
 
Diez: Die Erwartungen waren auch zum Teil übertrieben. Vor zwei Jahren wurde die Elektromobilität überall hochgejubelt. Weil es dann etwas länger gedauert hat, riefen einige schon wieder das Ende aus. Das ist falsch. Es ist eine langfristige Entwicklung. Das Elektroauto braucht eine Weile, bis es technisch und wirtschaftlich konkurrenzfähig ist.
 
BIZZ e. t.: Wo sehen Sie die größten Hürden?
 
Diez: Auf absehbare Zeit bleibt die Reichweite die größte Hürde. Mit der aktuell verfügbaren Batterietechnik werden sie nicht weiter als 200 bis 250 Kilometer fahren können. Die Batterien würden sonst einfach zu groß und zu schwer.
 
BIZZ e. t.: Ein Problem sind auch die nach wie vor hohen Batteriepreise. Wann werden diese sinken?
 
Diez: Ich rechne damit, dass sich die Batteriekosten bis zum Jahr 2020 mindestens halbieren. Dann haben wir eine Kostengleichheit zum Benzinmotor. Denn der gesamte Antriebsstrang ist beim Elektroauto ja deutlich einfacher und günstiger als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.
 
BIZZ e. t.: Welche Rolle wird Europa bei der Batterieproduktion für E-Autos spielen?
 
Diez: Ich gehe davon aus, dass mittelfristig auch in Europa Batterien hergestellt werden. Der Markt wird groß genug sein für mindestens zwei oder drei Produktionsstandorte.
 
BIZZ e. t.: Wie sind die deutschen Hersteller beim Thema Elektromobilität aufgestellt?
 
Diez: Noch dominieren die japanischen Firmen, auch Renault und GM stehen gut da. Das Rennen ist aber noch nicht entschieden. BMW ist der erste Hersteller, der ein E-Fahrzeug von Grund auf neu konzipiert hat. Die gesamte Fahrzeugarchitektur der i-Modelle ist auf den Elektroantrieb ausgelegt. Das ist die Zukunft. Damit hat BMW die Nase weit vorn.
 
Willi Diez ist Professor am Institut für Automobilwirtschaft (IFA) der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen.
 
Karsten Wiedemann
Keywords:
Elektromobilität | Elektroautos | Batterien | BMW | i3 | Lithium-Ionen-Batterien | BIZZ-Exklusiv
Ressorts:
Technology | Markets

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