BIZZ-Exklusiv
15.04.2014

„Heimische Wertschöpfung ist intelligenter“

BEE; Titelbild: depositphotos
Fritz Brickwedde, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE)

Wie können wir unsere Abhängigkeit vom russischen Erdgas reduzieren? So lautet die aktuelle Frage des Monats von BIZZ energy today. In seiner Antwort betont Fritz Brickwedde, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), die Bedeutung von hierzulande erzeugten Biogas.

Ja, das wäre auf jeden Fall sinnvoll. Gerade vor dem Hintergrund der Krim-Krise sollte sich Deutschland, aber auch ganz Europa unabhängiger von Importen fossiler Brennstoffe aus politisch unzuverlässigen Staaten machen.

Anzeige

Die EU-Staaten geben jedes Jahr insgesamt mehr als 550 Milliarden Euro für Importe fossiler Energieträger aus. Gut ein Drittel der Erdgas- und Rohöleinfuhren kommt aus Russland. In Deutschland liegt der Anteil sogar noch etwas höher. Die Bundesrepublik gibt für Öl, Gas und Kohle aus Russland 33 Milliarden Euro im Jahr aus.

Anzeige

Jetzt zeigt sich, dass es fahrlässig von der Bundesregierung wäre, die Biogaserzeugung drastisch zusammenzukürzen. Heimische Wertschöpfung durch erneuerbare Energien ist intelligenter, als Milliarden nach Moskau zu überweisen. Besonders sinnvoll ist der Einsatz von Biogas in der Kraft-Wärme-Kopplung.

80 Prozent des Gases in Deutschland werden für Wärmeerzeugung verwendet – ein Grund mehr, die Energieeffizienz zu verbessern und insbesondere unsere Heizungen und Häuser zu modernisieren.

Verschiebungen bei den Importländern sind nicht so einfach: Die Förderung in Norwegen sinkt, und Fracking in den USA ist keine nachhaltige Quelle.

LNG schließlich hat eine schlechte Klimabilanz. Und auch hier sind die Herkunftsländer wie Katar oder Nigeria politisch unzuverlässig.

Fritz Brickwedde
Keywords:
BEE | Gas | Russland | Ukraine | erneuerbare Energien
Ressorts:
Governance | Community

Kommentare

Nur etwas 4% des deutschen Stroms sind aus russischem Gas; das liesse sich sofort ersetzen und jedenfalls bevor die Gasspeicher geleert wären. 9% des gesamten hiesigen Energiebedarfs werden durch russiches Gas gedeckt, wobei nicht der Energiegehalt schwierig zu ersetzen wäre sondern die Flexibilität des Gases. Darum liegt die Lösung, eine praktisch durchführbare Strategie, Deutschland von russischem Gas zu lösen, in der Erhöhung des Flexibilität des Energiesystems, bei Gas und bei Strom.

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen