Debatte zum Solarstreit
07.12.2012

„Importzölle sind Wettbewerbsverzerrung“

Foto: Soventix
Gegen Strafzölle: Thorsten Preugschas, CEO von Soventix

Soll die EU-Kommission chinesische Solarmodulhersteller wegen vermeintlichen Dumpings mit Strafen belegen? Nein, sagt Thorsten Preugschas, Chef des Projektierers Soventix. In einem Beitrag für BIZZ energy today warnt er vor fatalen Folgen für den Solarmarkt.

So nachvollziehbar der Aufschrei europäischen Modulproduzenten auch sein mag - Ursache für ihre missliche Lage ist im Grunde die wankelmütige Solarpolitik in Europa.   Die Hersteller leiden unter instabilen politischen Rahmenbedingungen, die eine langfristige Planung unmöglich machen. Diese Instabilität hat viele Anleger verunsichert, und so brach die Nachfrage in einem europäischen Markt nach dem anderen ein. Asiatische Modulhersteller wegen Wettbewerbsverzerrung abzustrafen, erscheint Kritikern als blinder Protektionismus. Denn Importzölle sind eine künstliche Verteuerung und stellen als solche selbst eine Wettbewerbsverzerrung dar - mit dem Ziel, europäische Komponenten wieder konkurrenzfähig zu machen. 

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In der derzeitigen Diskussion gerät das wesentliche Ziel oft aus dem Blickfeld: In erster Linie muss Solarstrom mit konventionellen Energiearten konkurrieren können. Das bedeutet, dass die Branche früher oder später unabhängig von Subventionen und staatlichen Regulierungen werden muss. Dieses Ziel ist in vielen sonnenreichen Ländern bereits erreicht, gerade weil die Investitionskosten für eine Solaranlage rapide gesunken sind - und diesen Effekt haben wir auch den günstigen asiatischen Komponenten zu verdanken. 

Tatsächlich sind große Teile der Solarbranche nur deshalb heute noch erfolgreich, weil sie mit günstigen Einkaufspreisen arbeiten können. Die Konsequenzen, die die von EU ProSun geforderten Importzölle auf den europäischen Photovoltaikmarkt hätten, wären fatal. Denn der Markt, der dann auf dem Spiel stünde, umfasst nicht nur die Modulproduktion, sondern die gesamte Wertschöpfungskette. Soventix setzt sich deshalb Gründungsmitglied der Allianz für Bezahlbare Solarenergie AFASE (Alliance For Affordable Solar Energy) für freien Handel und eine diplomatische Lösung des Konflikts ein.

Thorsten Preugschas, CEO von Soventix und Gründungsmitglied der Alliance For Affordable Solar Energy

Lesen Sie den Beitrag von Claudia Kemfert: „Strafzölle sind ein zweischneidiges Schwert“

Lesen Sie den Beitrag von Milan Ntzschke, Vice President von Solarword: China spielt nicht fair"

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Redaktion
Keywords:
BIZZ-Exklusiv | Solarstreit | Importzölle | Anti-Dumping-Verfahren | EU-Kommission | China | Handelsstreit
Ressorts:
Governance | Markets

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