Erneuerbare Energien
29.06.2017

„Schwellenländer drängen in Führungsrolle“

Indien, Brasilien und Südafrika werden laut einer Studie für Erneuerbare-Investitionen immer interessanter. Deutschland hält jedoch weiter die Spitzenposition.

Das Investitionsklima für erneuerbare Energien in Schwellenländern wird besser: Indien, Brasilien und Südafrika haben bei der Attraktivität für Kapitalgeber stark aufgeholt. Das zeigt eine aktuelle Studie der Allianz-Tochter Allianz Climate Solutions, des New Climate Institute und der Organisation Germanwatch. Der „Allianz Klima und Energie Monitor“ untersucht, wie gut das Investitionsklima der G20-Staaten für regenerative Energieprojekte ist und welcher Kapitalbedarf vorliegt. Deutschland, Großbritannien, Frankreich und China sind demzufolge momentan die attraktivsten Ziele für Investitionen in erneuerbare Energien.

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Allerdings werde immer noch nicht genug in Erneuerbare investiert, um die Pariser Klimaziele zu erreichen, heißt es weiter. Der Studie zufolge müssten die G20-Staaten bis 2035 jährlich 700 Milliarden US-Dollar investieren, um die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu reduzieren – fast doppelt so viel wie 2015. Den größten Investitionsbedarf zeigten die Wachstumsmärkte Brasilien, Indien, Südafrika und Indonesien. Um ihren steigenden Energiebedarf mit den Klimaschutzzielen zu vereinbaren, sei nicht nur ein deutlicher Ausbau der erneuerbaren Energieinfrastruktur nötig, sondern diese müsse auch an die veränderten Klima- und Wetterbedingungen angepasst werden.

Fallende Technologiepreise als Treiber

„Insbesondere Schwellenländer drängen in eine Führungsrolle bei erneuerbaren Energien“, erklärt Simone Ruiz-Vergote, Geschäftsführerin von Allianz Climate Solutions. „Sie haben die wirtschaftlichen Chancen entdeckt und entwickeln auch ihre Finanzierungssysteme für grüne Energien weiter.“ China, Indien und Südafrika hätten gute Perspektiven, wenn die politische Unterstützung und die Marktaktivität anhalten.

Insgesamt wird in den G20-Staaten mehr in die Stromerzeugung aus Sonne, Wind und Wasserkraft investiert als in alle anderen neuen Kraftwerke, zeigt die Studie. Die Investitionen seien in den vergangenen fünf Jahren jährlich um rund 25 Prozent gestiegen. Fallende Technologiepreise würden diese Entwicklung treiben, in einigen Ländern seien Erneuerbare bereits ohne staatliche Förderung wettbewerbsfähig. „Nun müssen die Staaten an ihrer Energie-Infrastruktur und dem Marktsystem arbeiten, damit hohe Anteile wetterabhängiger Stromproduktion nicht zu Problemen führen“, fordert Studienautor Niklas Höhne vom New Climate Institute. Nach Anschubinvestitionen könne Wind- und Solarstrom nach einigen Jahren durchaus kostenneutral erzeugt werden.

Die Studienautoren sehen Versicherungsunternehmen in einer zentralen Rolle bei der Transformation zu einer emissionsarmen Wirtschaft. Besonders interessant seien Investitionen in Erneuerbare für Verträge mit langfristigen Renditezielen wie Lebensversicherungen oder für die private Altersvorsorge. Die Allianz hat bisher 4,6 Milliarden Euro über Eigen- und Fremdkapitalinvestitionen in Wind- und Solarparks angelegt, in Zukunft soll das Engagement noch ausgeweitet werden.

Jutta Maier
Keywords:
erneuerbare Energien | Investitionen | Schwellenländer | G20
Ressorts:
Finance

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